Ein Verfahren, den Lufteintritt bei d. Paracentese d. Brust zu verhindern. 
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	Am 6. October 1851 wurde die Missel Marie, Taglhnerin, welche
am 14. April in das Krankenhaus aufgenommen worden war, auf die
zweite med. Klinik gebracht.
	Die Patientin, ber 50 Jahre alt, sehr herabgekommen und schwach,
hatte whrend der letzten Wochen ein nicht unbedeutendes pleuritisches
Exsudat in der linken Thoraxhlfte bekommen. Um der grossen Athemnoth
zu steuern, wurde die Paracentese der betreffenden Brusthlfte angeordnet,
und am 7. October durch Herrn Prof. PJTUA vollfhrt. Das Einstossen des
Troicarts hatte einige Schwierigkeit, weil die Intercostairume sehr eng
waren. Das entleerte Exsudat reagirte alkalisch, enthielt viel Albumen und
Blut, und wog an 2 Pfund. Die physikalischen Verhltnisse der linken
Brusthlfte wurden durch die Paraceutese wesentlich gebessert, auch schlief
die Patientin mehrere Nchte gut, und fhlte sich berhaupt erleichtert.
Das Ocdem der unteren Extremitten, welches sich vor lngerer Zeit gebil-
det hatte, war schon am 9. October verschwunden. Vom 11. October an
verschlechterte sieh jedoch der Zustand. Am 22. October um 1		Uhr
Mittags trat der Tod ein.
	Man war ber die ungnstige Prognose dieses Falles von vorn herein
nicht im Zweifel, und die Paraceutcse wurde nur aus dem oben angefhrten
Grunde fr indicirt gehalten. Die Erleichterung der Athembewegungen
war auch alsbald eingetreten, doch war die Erkrankung zu tief, um hoffen
zu lassen, auf irgend einem Wege eine dauernde Besserung zu erzielen.
Aus dem Scctionsbefuude wurde mir mitgctheilt, dass in der Leber, dem
Zwerchfell, dem Pcricardinm, der Pleura, den Nieren und in den Eier-
stcken Krebsknoten vorhanden waren; auch das Pankreas zeigte sich
krebsig entartet.
	Das von mir angegebene Operationsverfahren hat sich hiemit
praktisch bewhrt. Die Paracentese ging in beiden Fllen rasch und
sicher von Statten, die Entleerung des Exsudates erfolgte ruhig, und
ohne the geringste Gefahr des gefrchteten Lufteintrittes in die geffnete
Pleurahhle. Ueber den Erfolg des Bruststiches berhaupt kann freilich
noch kein erfahrungsgemsses Urtheil abgegeben werden, allein das
gewonnene Resultat drfte insofern von Bedeutung sein, als es vor
weiteren Versuchen nicht nur nicht abschreckt, sondern bei der Einfach-
heit und Sicherheit des Operationsverfahrens zur Wiederholung des-
selben einladet. Ich theile desshalb eine kurze Beschreibung der in
beiden Fllen befolgten Methode mit, und 'verweise zugleich auf das
a. a. 0. ber die Bedingungen des Lufteintrittes etc. Gesagte').

	Durch meinen geehrten Collcgcn Herrn Dr. v. HA5NER wurde ich, nachdem
der citirte Aufsatz, welchen ich im Januar 1851 niederschrieb, schon lange
