74 Ein Verfahren, den Lufteintritt bei d. Paracentee d. Brust zu verhindern.

	3.. Man bindet in das untere Ende des Troicarts, knapp oberhalb
der Abflussöffnung, welche zu dem Ende einen etwas aufgeworfenen
Rand oder sonst einen Widerhalt hat, ein Stück Goldsehlägerhäutchen
in Form einer weiten Röhre fest. Bevor man operirt, erweicht man das
Goldschlägerhäutchen in Wasser und streift es hinauf, damit juan den
Stachel des Troicarts ungehindert ein- und ausführen kann. Ist der
Einstich gemacht und der Stachel entfernt, so streift man das Gold-
schlägerhuiutchen wieder herab und lässt das ausfliessende Exsudat
zwischen den Falten desselben sich einen Weg suchen. Wollte nun
schliesslich, wenn der Strom zu intermittiren beginnt, Luft eintreten,
so kann dies deshalb nicht geschehen, weil sich die Luft selbst den
Weg versperrt, indem sie ihr Bestreben einzudringen, als allseitigen
Druck äussert und demgemäss die feuchten, nachgiebigen Blätter des
Goldschligerhäutchens von aussen her luftdicht gegen einander presst.
- Man sieht leicht, worauf es hierbei ankommt. Es ist einerlei, wie
das Stück Goldschlägerhäutchen geformt ist, ob es eine wirkliche
Röhre bildet oder bios ein zusammengerolltes Blatt ist, - wenn es
nur den Lufteintritt auf die angegebene Weise verhindern kann. Ich
	ah eine solche Vorrichtung bei Herrn Luer, ehir. Instrumentenmacher
in Paris und glaube, dass dieselbe von einem dortigen Chirurgen an-
gegeben worden ist.
	4. Der bekannte Troicart von SCHUH besteht aus zwei Theilen;
einem gewöhnlichen Troicart und einem kleinen metallenen Trog,
welcher an den ersteren befestigt werden kann. Der Ansatz, mit dem
der Trog in die Abflussöffnung des Troicarts passt, ist mit einer Klappe
versehen, welche sich in den Trog hinein öffnet, in entgegengesetzter
Richtung jedoch schliesst und die Troicartröhre absperrt. Das Exsudat
strömt somit ungehindert aus der Röhre in den Trog und aus diesem,
wenn er voll ist, in ein untergehaltenes Gefäss. Hingegen kann aus
dem Trog nur sehr wenig in die Röhre zurückfliessen, weil sich die
erwähnte Klappe alsbald schliesst und in dieser Richtung nichts mehr
passiren lässt. - Es ist einleuchtend, wie durch diese Vorrichtung der
Lufteintritt unmöglich gemacht wird. Wesentlich ist hierbei, dass sich
die Klappe unter dem Niveau der im Trüge stehenden Flüssigkeit
befindet, damit die Luft nicht während der Zeit, welche die Klappe
bis zu ihrer völligen Schliessung braucht, eindringen könne, sondern
diese vor sich hertreiben muss. Dem Troge muss während der Operation
eine horizontale Lage gegeben werden; auch muss dafür Sorge ge-
tragen werden, dass die Flüssigkeit, welche in demselben angesammelt
ist, nicht verschüttet wird, weil ihr Vorhandensein, wie wir sahen, von
Wichtigkeit ist.
