﻿Ein Verfahren, den Lufteintritt hei d. Paracentèse d. Brust zu verhindern. 75
5. Hr. Prof. Bruns in Tübingen zeigte mir einen von ihm angegebenen Troicart, welcher eine Verbesserung des ScHUH’schen ist. Die Gefahr, den Trog zu verschütten, fällt bei der Bßuxs’schen Einrichtung weg, indem der offene Trog von Schuh in einen kleinen hohlen Cylinder umgeändert ist, in welchen an beiden Enden Oeff-nungen gemacht sind. Die dem Troicart zugewendete Oeffnung ist auf dieselbe Weise, wie die Oeffnung des Schuh'sehen Troges durch eine Klappe verschliessbar, die entgegengesetzte Oeffnung mündet frei.
Werfen wir einen vergleichenden Blick auf die mitgetlieilten Methoden, so wird es uns nicht entgehen, dass sie je nach dem wesentlichen, hauptsächlichen Gedanken, der ihnen zu Grunde liegt, in zwei Classen zerfallen. Die eine Classe von Methoden, zu der die unter 1 und 2 beschriebenen gehören, will die bezweckte Verhinderung des Luftzutritts dadurch erreichen, dass zwischen der atmosphärischen Luft und der angebohrten Brusthöhle ein genügendes Quantum Flüssigkeit eingeschaltet wird, welche der Luft den Weg verlegt. Ein entsprechender Theil dieser Flüssigkeit wird, wenn die Bedingungen gesetzt sind, durch den Luftdruck in die Brusthöhle hineingetrieben, die Luft selbst aber kann nicht eindringen.
Die andere Classe, welche die übrigen Methoden begreift, ist dadurch charakterisirt, dass die angewendeten Apparate, die sieh noch vielfach zweckmässig abändern liessen, Klappenvorrichtungen enthalten, welche jede ausgedehnte, rückgängige Bewegung in der Troicartrühre verhindern und somit auch der Luft den Eingang ver-schliessen. — Es dürfte sich kaum eine neue praktische Methode ersinnen lassen, welche sich nicht unter eine von beiden oder beide Classen zugleich rangiren liesse, denn es ist klar, dass man eine Röhre nur dadurch für einen Körper, welcher in dieselbe einzudringen ge zwungen wird, unzugänglich machen kann, wenn man sie mit einem zweiten Körper, mag er nun flüssig oder fest sein verschliesst. Eine Flüssigkeitssäule kann unter Umständen eben so gut eine Klappe abgeben, als ein Stück Metall, Leder oder sonst ein fester Körper.
Es ist nun die Frage, welche von beiden Arten von Apparaten, die mit flüssigem oder die mit festem Ventil, caeteris paribus, für unseren Fall vorzuziehen sind. Ohne Zweifel können beide Arten von Ventilen, zweckmässig angewandt, die Luft abhalten ; allein jede tliut es auf eine besondere, ihr eigenthümliche Weise und es kommt darauf an, diese Verschiedenheit für unseren Zweck zu verwerthen. — Das feste Ventil ist starr, unnachgiebig und sperrt gewaltsam, plötzlich ab; die Flüssigkeitssäule als Klappe hingegen ist beweglich, nachgiebig und in ihrer Wirkung sanft, allmählich. Halten wir mit dieser