﻿84 Ein Verfahren, den Lufteintritt bei d. Paracentèse d. Brust zu verhindern.
Auch heim Bauch stich, hei der Pu notion von Hydroovarien und dgl. lässt sich eine lange elastische Abflussrohre, welche man in
Beschreibung »eines neuen Instrumentes zu gefahrloser Ausführung derselben« veröffentlicht. Ich bin in seinem Aufsatze auf eine herausfordernde Weise angegriffen worden, und sehe mich in die Nothwendigkeit versetzt, Ilrn. Dr. Wintrich zu antworten. Möge derselbe künftighin mehr bei der Sache bleiben und vorsichtiger sein ! Hr. Dr. Wintrich widmet mehrere seiner Aphorismen der Darstellung der physikalischen Verhältnisse des Athmungsprocesses, der Bedingungen des Lufteintrittes u. s. w., welche im Wesentlichen eine frappante und erfreuliche Uebereinstimmung mit den von mir a. a. 0. darüber veröffentlichten Bemerkungen zeigen. Bei einer gewissenhaften Vergleichung unserer beiderseitigen Aufsätze konnte mich nur das weit frühere Datum des meinigen über den Vorwurf, welchen ich mir selbst zu machen im Begriffe war, beruhigen, an Hrn. Dr. Wintrich ein Plagiat begangen und das Neue, was sich daselbst nebst vielem, schon längst Bekannten etwa finden sollte, aus seiner Arbeit, ohne seinen Namen auch nur zu nennen, entlehnt zu haben. Ich erwähne dies nur, weil sich Hrn. Wintrich’s Aphorismen das Ansehen geben, als ob sie ganz unerhörte Dinge enthielten. Hr. Dr. Wintrich greift mich S. 35 direct an, indem er mit gesperrten Puchstaben drucken lässt, dass ich Higginson’s Instrument »in der 2. Auflage als Eigenes« hätte erscheinen lassen, und beschuldigt Higginson, Dr. Easton und mich eines groben physikalischen Irrthums, weil er es nicht begreifen kann, welches »physikalische Gesetz« wir zur Erklärung der Heberwirkung unserer Instrumente benützen. Als Antwort auf den ersten Ausfall und zur Berichtigung mag das, in der Anmerkung S. 80 über mein Verhältniss zu Higginson Gesagte genügen. Was aber den, den beiden Engländern und mir gemachten Vorwurf der Unkenntniss der Gesetze des Hebers betrifft, so fällt derselbe einfach auf Hrn. Wintrich selbst zurück, da er unglaublicherweise sagt (S. 35), dass seines Wissens »die ganze Wirkung der Heberkraft nur durch einen ungleichen Luftdruck oder durch ungleichen Luftwiderstand ermöglicht wird« und verdient daher gar keine weitere Berücksichtigung. Ich will jedoch Hrn. Wintrich zurechtweisen und schlage ihm vor, im Lehrbuch der Physik und Meteorologie von Dr. Joh. Müller 3. Aufl. Bd. I., S. 156, §. 08, über den Heber nachzulesen. Freilich hätte Hr. Wintrich auf den sehr nahe liegenden Gedanken selbst kommen können, ein Lehrbuch der Physik nachzusehen, bevor er seine neue Theorie des Hebers entwickelte.
Die mit Exsudat gefüllte Pleurahöhle mit einem starrwandigen, vollen Fass und den luftdicht in das Spundloch eingekeilten Heber mit unserem Troicart zu vergleichen, wie Hr. Wintrich es wirklichthut, ist völlig unstatthaft. Wenn Hr. Wintrich zu seinem unpassenden Vergleich nun einmal eine besondere Vorliebe hatte, so musste er wenigstens eine mit einer dünnwandigen Kautschukflasche — (welche ähnlich wie die Lunge in den Thorax, in das gefüllte Fass hineinragt) — verschlossene Gegenöffnung anbringen, denn sonst kann — wie ja selbst Hr. Wintrich einsieht — auch der »bestconstruirte Heber« (!) keinen Tropfen entleeren. Hrn. Wintrich’s neues Instrument endlich, welches ihm »seit Jahren vorschwebte« und »nach langem Experimentiren« zu construiren gelungen ist, verspricht durchaus keine besonderen Vortheile, es möchte denn der Umstand betont werden, dass die den Stachel tragende innere Röhre nicht entfernt zu werden