vi.
Ein Verfahren, den Lufteintritt bei der Paracentese der
Brust zu verhindern.
[Prager Vierteijahrsehr. 1851, Bd. XXXI. S. 27, - und 1852, Bd. XXXV. S. 
93.]





1.
	Da die Operation der Paracentese der Brust, wenn auch nicht
gerade hufig, doch dann und wann ausgefhrt und fr indicirt ge-
halten wird; so muss es im Interesse der Praktiker, welche auf die
bestmgliche Weise operiren wollen, liegen, jeden Vorschlag zur
Verbesserung des Verfahrens, wenn er Bercksichtigung verdient, zu
erproben und in praxi zu verwerthen. Dieses Interesse nehme ich fr
die nachfolgenden Zeilen in Anspruch und unterwerfe deren Inhalt dem
Urtheile der Fachmnner.
	Die Paracentese der Brust, welche bekanntlich entweder mit dem
Messer oder, wie dies jetzt wohl gewhnlich geschieht, mit dem
Troicart vollzogen wird, ist zwar an sich eine der einfachsten Opera-
tionen, aber nichts desto weniger durch die Dignitt des Krpertheiles,
an dem operirt wird und durch mehrere Umstnde von Gewicht. -
So ist die Nhe so ansehnlicher Blutgefsse und unmittelbarer Ab-
kmmlinge der Aorta, wie der Artt. intercostales immerhin bedenklich
und liegt eine Verwundung der Lunge selbst aus mehr als einem
Grunde im Bereiche der Mglichkeit. Ueberdies muss man bei der Para-
centese stets gewrtigen, dass die atmosphrische Luft in die geffnete
Pleurahhle eindringt, wenn nicht besondere Vorkehrungen getroffen
werden. Ob der von Vielen sehr gefrchtete Lufteintritt in der That
so gefhrlich, ob die Verhinderung desselben auf der anderen Seite so
wesentlich fr den Erfolg der Operation sei, kann ich nicht entscheiden;
so viel steht aber fest, dass es unter allen Umstnden natrlicher und
besser erscheint, wenn die Luft abgehalten wird. Es sind demnach
