Ein Verfahren, den Lufteintritt bei d. Paracentese d. Brust zu verhindern. 
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- nicht undenkbar. Man könnte sich dagegen durch das Andrücken
der Wundlippen gegen die Troicartruhre sicherstellen.
	Was den anderen Weg, nämlich den durch die Röhre, betrifft, so
war man auf verschiedene Weise bemüht, denselben der Luft zu ver-
legen; döch scheint keine der Vorrichtungen oder Vorkehrungen in
allen Beziehungen ganz n entsprechen. Ich lasse die Beschreibung
der verschiedenen Methoden, welche mir bekannt geworden sind,
folgen.
	1. Man setzt den Kranken in ein Bad und verrichtet die ganze
Operation unter Wasser. Es ist begreiflich und gewiss, dass unter
diesen Umständen die Luft unmöglich in die Brusthöhle eindringen
kann; allein ebenso begreiflich und gewiss ist es, dass nun statt der
Luft das umgebende Wasser eindringen wird. Incidit in Scyliam, qui
vult vitare Charybdim!
	2. Nachdem der Troicart eingestochen und sein Stachel entfernt
ist, wird eine dünnwandige, durch Zusammendrücken sorgfältig luft-
leer gemachte Blase, welche an ihrer Mündung einen metallenen An-
satz mit einer Schraubenmutter trägt, an die Abflussöffnung der
Troicartröhre angeschraubt. Das ausfliessende Exsudat sammelt sich
in der Blase an und dehnt sie aus. Statt der Luft wird somit, wenn
die Bedingungen dazu vorhanden sind, eine entsprechende Menge des
schon ausgeflossenen und in der zusammendrückbaren Blase enthal-
tenen Exsudates in die Brusthöhle regurgitiren. - Diese Methode
erscheint sehr plausibel und gehört in der That zu den besseren.
Einige Schwierigkeiten sind aber dennoch dabei. Zunächst lässt sich
die Grösse der Blase nicht mit Sicherheit im Vorhinein angeben. Ist
die Blase zu klein, so kann nicht alles Exsudat auf einmal abfliessen;
man wäre genöthigt die Blase abzuschrauben, zu entleeren und neuer-
dings anzuschrauben, in der Zwischenzeit aber die Röhre mit einem
Hahn abzusperren. Ist die Blase zu gross, so treten andere Unbequem-
lichkeiten oder Nachtheile ein, auf welche ich später zurückkomme.
Uebrigens lässt sich die Luft nicht ganz leicht aus der Blase voll-
ständig herausdrücken und beim Befestigen an den Troicart hintan-
halten. Auch ist es schwer zu beurtheilen, wann kein Exsudat mehr
abläuft und die Zeit gekommen ist, die Operation zu beendigen. Frei-
lich kann man entgegnen, dass es auf ein Minimum von Luft, welches
vielleicht eindringt und auf einige Tropfen Exsudat mehr, welche
allenfalls zurückbleiben, wenn die Operation zu früh abgebrochen
wurde, wohl nicht ankomme. Zugegeben! Aber warum soll man,
wenn es auf die einfachste Art möglich 'ist, nicht auch diese Unvoll-
kommenheiten im Verfahren beseitigen?
