80 Ein Verfahren, den Lufteintritt bei d. Paracentese d. Brust zu 
verhindern.

	Nachdem die passende Stelle fur den Einstich gefunden war,
wurde ein gewöhnlicher, mit einem Hahn versehener Troicart daselbst
eingestossen, der Stachel ei4fernt, und der Hahn geschlossen. Hier-

gedruckt war, mit der Vorrichtung von HIGGINSON bekannt gemacht, welche ich
bis dahin völlig übersehen hatte, und daher a. a. 0. nicht mehr besprechen 
konnte.
Ich erlaube mir, das Versäumte hier nachzuholen. Dr. a F. EASTON hat
HIGGINSON's Instrument zuerst angewendet und bewährt gefunden. Seine eigenen
Worte über das angewendete Operationsverfahren Bind folgende:
	The entrance of air into the chest was effectually prevented by the use of an
apparatus suggested by Mr. Iii g gin son, which, on account of its simple 
construction,
its easy management, and its complete efficacy in this instance, I can 
recommend for
employment on similar occasions, in preference to others of a more costly 
and complicated
nature. It is simply a tube about' a yard long, made of vulcanized india 
rubber, which
being filled with water, and one of its extremities placed over the mouth of 
the canula,
acts on the principle of a syphon. If it is properly adjusted, and the other 
extremity
- immersed in the fluid, air cannot by any possibility gain admission into 
the chest. The
stream was free, uniform, and continuous, unaffected by the respiratory 
movements.
To the middle of the tube was adapted an India rubber bottle, which in this 
operation
does not appear to be essential to success, when the fluid is moderately 
thin. When
emptied by pressure, and then allowed to expand, it may be advantageously 
employed to
clear the tube, if the passage happens to be obstructed by lymph or 
coagulum, or other
small badies of a soft and yielding nature, or to wash, out the water, or 
any of the
lotions, which have been recommended for the purpose. And these seem to be 
the chief,
if not the only advantageous uses to which it can be applied.« (London 
Gazette.
April 18M».
	Das von mir angegebene Verfahren beruht, wie man sieht, wesentlich auf
demselben Princip, wie das von Hr. HIumsoN, welcher demnach das unbestrit-
tene Verdienst hat, zuerst die Absperrung der geiffneten Pleurahiihle durch
eine Flüssigkeitssäule bewerkstelligt und die Entleerung des Exsudates durch 
die
heberftirmige Krümmung der Abflussrohre erleichtert zu haben. Nichts desto-
weniger unterscheidet sich mein Verfahren von dem HIGGINS0N's, und ich darf -
obschon ich unabhängig von Hr. HIGGINS0N zu Anfang des Jahres 1850 auf das-
selbe Princip verfiel -jedenfalls Anspruch darauf machen, sein Verfahren, 
ohne
dasselbe zu kennen, vereinfacht und, wie ich glaube, verbessert zu haben.
HIGGIN50N füllt seine Kautschukröhre mit Wasser an, um die darin enthaltene
Luft zu verdrängen, während nach meiner Angabe das Anfangs mächtig hervor-
strömende Exsudat selbst die gerade gestreckte und etwas nach aufwärts
gerichtete plastische Abflussrllhre von der atmosphärischen Luft säubert, 
und,
nachdem die Rohre auf den Grund des leeren zum Auffangen des Exsudates be-
stimmten Glases herabgebogen ist, die Abflussöffnung derselben ohne B ei 
hilfe
einer anderen Flüssigkeit deckt. IIXGGIN8ON's Verfahren ist jedenfalls
umständlicher, ohne dafür einen besonderen Vortheil darzubieten; ja die Ver-
mischung des abgeflossenen Exsudates mit dem vorgeschlagenen Wasser konnte
unter Umständen sogar nachtheilig werden. Was die in der Hälfte der 
Kautschuk-
rohre einmündende Kautschukflasche betrifft, so halte ich dieselbe mit 
EAST0N für
überflüssig, umsomehr, als der Zweck, welcher durch sie erreicht werden soll 
-
wie ich weiter unten zeigen werde - auch auf andere Weise zu erreichen ist.
