Ein Verfahren, den Lufteintritt bei d. Paracentese d. Brust zu verhindern. 
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- auf befestigten wir eine etwa 12 Zoll lange und 21/2 Linien weite Rohre
von Gutta-Percha, welche vorher ausgesucht und passend befunden
worden war, luftdicht an das freie Ende der Canille. In unserem
Falle war die Gutta-Percha-Röhre gerade weit genug,. um das Ende der
Canäle ohne Schwierigkeit in sich aufzunehmen, und. zugleich fest und
luftdicht zu umschliessen . Nun wurde die elastische Röhre, welche
durch ihre Befestigung eine unmittelbare Verlängerung des Troicarts
darstellte, gerade gestreckt, etwas nach aufwärts gerichtet, und der
Hahn geöffnet. Bei der schrägen Richtung des Instrumentes nach
Oben trieb das kräftig hervorspringende Exsudat alle innerhalb der
Röhre enthaltene atmosphärische Luft mit Leichtigkeit aus, und be-
gann aus der freien Oeffnung abzufliessen. Sofort bogen wir die ela-
stische Rohre auf dem Boden eines leeren Trinkglases, welches in
einem anderen, grösseren, ebenfalls leeren Gefässe und tiefer als die
paracentesirte Brusthälfte stand, langsam herab, und sorgten dafür,
die Abflussöffnung auf dem Grunde des Glases zu erhalten. Durch das
sich ansammelnde Exsudat, welches zusehends stieg, und endlich in
das grössere Gefäss überlief, wurde die angebohrte Pleurahöhle voll-
kommen und sicher von der Atmosphäre abgesperrt. Der Eintritt der
Luft in den sieh entleerenden Raum war unmöglich. Das Exsudat floss
ruhig und gleichmässig ab, und selbst gegen das Ende der Operation
zeigten sich keine merklichen mit den Athmungsbewegungen synchro-
nischen Niveauschwankungen im Glase. Bei sehr tiefen Inspirationen,
welche wir den Patienten machen liessen, sahen wir jedoch die Flüs-
sigkeit im Glase sehr deutlich fallen, bei heftigen, namentlich stoss-
weisen Exspirationen ebenso deutlich wieder steigen. Diese Beobach-
tung ist von allgemeinerem Interesse und bestätigt meine Darstellung
der Bedingungen des Lufteintrittes in die geöffnete Pleurahöhle.
Nachdem wir uns Überzeugt hatten, dass kein Exsudat mehr aus-
fliesse, wurde der Hahn geschlossen, das Instrument entfernt, und der
Verband mit den gewöhnlichen Vorsichtsmaassregeln angelegt. Es
konnte nicht bezweifelt werden, dass gerade soviel Exsudat entleert
worden war, als sich nach der der Lunge gebliebenen Ausdehnbar-
keit, den räumlichen Verhältnissen des Thorax etc. für den Augen-
blick ohne Gewalt entleeren liess.
	Vergegenwärtigt man sich die eigenthtimlichen physikalischen
Verhältnisse, welche die beschriebene Vorrichtung setzt, so wird man
bei einiger Bekanntschaft mit den Principien der Hydrodynamik ohne
Schwierigkeit finden, dass durch dieselbe die Entleerung des Exsu-
dates wesentlich begünstigt und erleichtert werde. Das Niveau der
entleerten Flüssigkeit, unter welcher die Abflussöffnung der elastischen
Czerrnak, Schriften.	6
