﻿Ueber das Orthoskop.
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dem Brecliungsverliältniss zwischen der Luft und dem dichtereu Medium ; 3. von der Mächtigkeit des Mediums iu der Richtung der Sehlinie, und endlich 4. von den mathematischen Eigenschaften und der Lage der Trennungsfläche. Die verschiedene Dicke der den Gegenstand deckenden Schichte des dichteren Mediums hat in so fern Einfluss auf die Verhältnisse des Bildes, als die Lichtstrahlen länger oder kürzer ihre ursprüngliche Richtung beibehalten. Dass die Gestalt der Trennungsfläche ebenfalls von Bedeutung sei, ist einleuchtend, wenn man sich nur der dioptrischen Erscheinungen hei sphärischen Begrenzungsflächen der brechenden Medien erinnert.
Mit den Gesetzen der Strahlenbrechung vertraut, kann man für einen speciellen Fall aus dem verschobenen Bilde die wahre Lage des Gegenstandes berechnen, wenn man die nötliigen Data besitzt, oder durch Versuche a posteriori bestimmen, und den Fehler, welcher durch die Ablenkung entstanden ist, im Geiste verbessern ; allein nichts desto weniger bleibt die unmittelbare sinnliche Wahrnehmung dieselbe, und verleitet uns immer wieder zu dem Fehlschluss über die wahre Lage, hätten wir ihn auch so eben theoretisch berichtigt. Wir erhalten auf diese Weise unter Umständen falsche räumliche Anschauungen, und sind dann nicht im Stande, aus der einfachen Wahrnehmung sofort ein richtiges Urtlieil über die objectiven Verhältnisse, deren genaue Kennt-niss uns von Bedeutung sein kann, zu fällen.
So hat man bei der Untersuchung der inneren Theile des Auges, welche in physiologischer oder pathologischer Hinsicht an lebenden Individuen vorgcnominen wird, namentlich wenn es sich um eine mehr seitliche Ansicht handelt, mit jenen Schwierigkeiten der in diesen Fällen ohne Zweifel wichtigen Beurtheilung der objectiven räumlichen Verhältnisse zu kämpfen. Die inneren Theile des Auges, so weit dieselben von Aussen her sichtbar sind, erfahren eine Gestaltveränderung und eine scheinbare Verschiebung aus ihrer natürlichen Lage, weil die von ihnen reflectirten Strahlen aus den stärker lichtbrechenden Medien des Auges in die Luft gelangen und an den sphäroidischen Trennungsflächen gebrochen werden. Wollen wir auch von dem Brecliungsverliältniss zwischen Cornea und Humor aqueus ganz absehen, und die Substanz der Cornea überhaupt gar nicht in Rechnung bringen : so ist doch das Verhältniss zwischen Humor aqueus und Luft von der Art, dass die Lichtstrahlen bei ihrem Austritte eine bedeutende Ablenkung vom Einfallslothe erfahren müssen. Die Folge hievon ist, dass die vordere Augenkammer ihre Tiefe verliert, und keine Profilansicht gestattet: die Iris wölbt sich scheinbar vor. und füllt mit ihrem Bilde nahezu den ganzen von der Cornea begrenzten Raum aus. Wir sind an gesunden