﻿Ueber das Orthoskop.
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Verringerung der Brechung an der Oberfläche der Cornea, wie ich sogleich zeigen werde, ein zweckmässiges Mittel gibt. Ich wurde vor etwa drei Jahren beim Präpariren eines Auges auf dieses Mittel aufmerksam.
Die das Auge umgebende Luft hat, wie wir wissen, im Verhält-niss zur Cornea oder dem Humor aqueus eine geringe lichtbrechende Kraft, und ist namentlich Schuld an der starken Ablenkung der ausfahrenden Strahlen. Würden wir die atmosphärische Luft fortschaffen, und das Auge statt mit dieser mit einem Körper umgeben, welcher das Licht eben so stark als die Cornea oder der Humor aqueus bricht, so würden wir ein für unseren Zweck günstigeres Verhältniss schaffen. Die reflectirten Lichtstrahlen würden, von der vorderen Fläche der Linse angefangen, Medien von fast verschwindend kleinen Dichtigkeitsunterschieden durchlaufen, und könnten somit kaum erheblich von ihrer Richtung abgelenkt werden. Der Abschnitt des Auges vor der Linse müsste uns demnach weit eher als unter anderen Umständen in seinen wahren objectiven Verhältnissen erscheinen; was hinter der Linse liegt, wird sich aber immerhin unter mehr oder weniger bedeutenden optischen Veränderungen dem Blicke darbieten; die Linse selbst gehört theils in das einer exacteren Beobachtung zugänglich gemachte, theils in das andere Gebiet. — Würde der Körper bedeutend stärker als die Cornea das Licht brechen, so würden die reflectirten Lichtstrahlen beim Austritte zum Perpendikel abgelenkt, und die inneren Theile des Auges abermals unter anderen Gestalten erscheinen lassen.
Ein Körper von der gewünschten brechenden Kraft, welcher zugleich Beweglichkeit genug besitzt, sich an das Auge anzuschmiegen, ist z. B. das Wasser. Das Brechungsvermögen desselben nämlich wird durch die Zahl 1,335S ausgedrückt. Da nun die Cornea mit 1,33, die wässerige Feuchtigkeit mit 1,338 bricht, so wird die Ablenkung der Lichtstrahlen von ihrem geradlinigen Wege nur unbedeutend sein.
Es ist nicht schwer, das Auge auf irgend eine passende Weise unter Wasser zu setzen, und zugleich der Beobachtung von Aussen zugänglich zu machen. Man kann ganz einfach das Gesicht in ein gläsernes Wasserbecken tauchen, die Augen öffnen und nun von einem zweiten durch die Glaswand beobachten lassen. Dieses etwas rohe Verfahren würde wenigstens genügen, um sich schnell von der überraschenden Wirkung der Wasserschichte auf das Aussehen eines lebendigen Auges zu überzeugen. Für wissenschaftliche Zwecke habe ich, um bequemer und länger beobachten zu können, einen besonderen Apparat ausgedacht, welcher bei aufrechter Stellung des Kopfes eine