92 	Ueber das Orthoskop.

genügende Menge Wasser vor einem der beiden Augen fixirt. Bei
geneigter Stellung des Kopfes ist es wohl leichter, das Wasser um das
Auge zusammenzuhalten, allein man hat dann eine weniger günstige
Beleuchtung und weniger Bequemlichkeit und Freiheit im Beobachten.
	Mein Apparat (vgl. die Erklärung der Abbildungen 1 und 2) ist
eine Art Kästchen, und wird aus vier rechtwinklig zusammen stossen-
						den Wänden gebildet, welche wasserdicht an ein-
						ander gefügt sind. Die vordere und die äussere
	I '			flVI		Wand sind aus reinem Glase, die untere und die
						innere aus Blech. Es liessen sich auch diese bei-
						den Wände aus Glas herstellen, allein ich z1g es
						vor, undurchsichtige und geschwärzte Flächen
						daselbst anzuwenden, weil sich das Auge aus
-				dieser dunklen Umgebui besser hervorhebt.
	1fli '				Die freien hinteren Ränder der unteren und der
						inneren Wand sind so ausgeschnitten, dass sie
						unterhalb des Augenhöhlenrandes an die Wange
						und zwischen dem inneren Augenwinkel und der
	Fig. 1.					Nasenwurzel genau angedrückt werden können.
Der hintere Theil der äusseren gläsernen Wand kommt flach auf die
Schläfe zu liegen. Für jedes der beiden Augen gehört natürlich ein
						a';	eigener Apparat, weil der Gesichts-
							ausschnitt für die rechte Seite in ent-
							gegengesetzter Richtung gekrümmt
							sein muss, als jener für die linke.
				/		Hat man den Apparat, welcher an
							• einem kleinen, an der unteren Fläche
°		.				der unteren blechernen Wand auge-
Fig. 2.	lötheten Ringe gefasst wird, gehörig
	angelegt, so befindet sich das Auge in einem oben offenen Kästchen
	gewissermaassen eingesperrt, und kann nun ganz unter Wasser gesetzt
	werden, da die Wände so weit hinaufreichen, dass das Niveau der
	Flüssigkeiten in gleicher Höhe mit dem oberen Augenhöhlenrande
	stehen kann. Um das Ausfliessen des Wassers, welches dann statt
	findet, wenn der Ausschnitt des Apparates für die Gesichtsbildung
	nicht genau passt, möglichst zu verhindern, lege ich längs der Linie,
	wo das Gesicht berührt wird, namentlich unter dem inneren Augen-
	winkel und an der Schläfe nach Bedarf kleinere oder grössere Ballen
	oder Würstchen von Baumwolle unter und drücke dann fest auf. Bis-
	her habe ich den Apparat stets auf die beschriebene Weise angelegt
	und das Wasser zu fixiren gesucht. Es versteht sich aber von selbst,
