﻿Ueber das Orthoskop.
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Dem Lampenlichte, welches bei der Anwendung der Augenspiegel gebraucht wird, dürfte in manchen Fällen das Tageslicht vorzuziehen sein. Durch eine, freilich etwas umständliche Kegulirung und Concentration könnte man das Tageslicht, ohne Zweifel, für die Anwendung der Augenspiegel brauchbar machen.
Das Orthoskop1 erfüllt die oben erörterten Bedingungen, durch welche der Grund des Auges der Untersuchung zugänglich gemacht wird, auf die einfachste Art und kann bei heller Tages- und Lampenbeleuchtung nicht blés zur Untersuchung der vorderen Augenkammer, sondern auch der Retina und der übrigen inneren Theile, wie ein Augenspiegel, gebraucht werden. Die Versuche mit dem Orthoskop. welche Herr Prof. Arlt in dieser Beziehung auf seiner Klinik angestellt hat, haben ein sehr befriedigendes Resultat gegeben. — Die ursprüngliche Form des Orthoskops kann nach den Bedürfnissen des Praktikers leicht modificirt werden, so dass die Anwendung desselben beim Tages- oder Lampenlichte ungleich geringere Schwierigkeiten macht und weit weniger Uebung erfordert, als die Anwendung der verschiedenen Augenspiegel. Der Grundgedanke, welcher die Veranlassung zur Construction des Orthoskops gab, war der: Die Brechung und Ablenkung der Lichtstrahlen an der v or de reu Ob er fläch e der Cornea mö gli ch s t z u v er h ü t en. Diese Forderung wurde erfüllt, indem das Auge auf passende Vf ei sc unter Wasser gesetzt wurde. Zur •Ansammlung des Wassers diente ein vor dem Auge angebrachtes, durchsichtiges Kästchen. Ich habe oben den Einfluss des Wassers, welches nahezu denselben Brechungsexponenten hat wie der Humor aqueus und die Cornea, auf den Gang der einfallenden und aus dem Auge reflectirten Lichtstrahlen erörtert. Das Auge wird im höchsten Grade weitsichtig; die Vereinigungsweiten der Lichtstrahlen, welche von näheren und ferneren Gegenständen ausgehen, fallen in verschiedener Entfernung hinter die Retina. Auf der Retina selbst entstehen somit grosse Zerstreuungskreise. Der vordere Brennpunkt des Auges wird vom Auge abgerückt und die aus dem Inneren reflectirten Strahlen erleiden nur noch durch die Krystalllinse eine erhebliche Ablenkung von ihrer Richtung. Bei einiger Ueberlegung erkennt man leicht, dass auf diese Weise jene Verhältnisse, welche die Wahrnehm-
1 Nach der gelehrten Berichtigung des Hrn. Dr. Cramer in Groningen (Tijdschrift der Nederlandsche Maatschappij tot Bevordering der Geneeskunst. Januarij 1852. p. 46) hat schon Petit ein solches Instrument in der Histoire de l’Académie royale de chirurgie 1728, beschrieben, ohne jedoch, wie es scheint, eine weitere praktische Anwendung davon gemacht zu haben.
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