98 	Ueber das Orthoskop.

gelglser, durchbohrte und theilweise ihres Belags beraubte Spiegel
etc.)- in zwei Theile gespalten wird, von denen der eine zur Licht-
queUe zurflekkehrt, der andere nach einer anderen Richtung, dem Be-
obachter zugelenkt wird.
	Die eben errterten Bedingungen lassen sich auf die mannigfal-
tigste Weise, mehr oder minder zweckdienlich, realisiren Nach
HELMHOLTZ's Vorgange ist bisher fast ausschliesslich Lampenlicht zur
Beleuchtung verwendet worden, welches vermittelst spiegelnder
Flchen in das zu beobachtende Auge geworfen wurde.
	Ich will hier beilufig erwhnen, dass man noch auf einem anderen
Wege, als durch die Cornea, eine mehr oder weniger bedeutende Menge
Licht in das Auge gelangen lassen kann, nmlich durch Sclerotica und
Chorloidea, welche, wie mich zahlreiche Versuche gelehrt haben, selbst
bei dunklen Augen, hinreichend durchscheinend ist. Zu dem Ende
eoncentrirt man das Lieht durch eine grosse Sau'imellinse und lsstden
Strahlenkegel von der Seite her auf das Auge fallen. Das Licht ge-
langt durch die Scierotica, Chorioidea und Retina hindurch, in das
Innere des Auges und trifft je' nach der Einfallsrichtung entweder
einen Punkt der entgegengesetzten Seiten der Retina, Chlorioidea und
Sciera, oder es wird durch die Linse, den Humor aqueus und die
Cornea direct nach aussen gelenkt. Jener Theil des Lichtes, welcher
an der getroffenen Stelle der entgegengesetzten Seite durchgegangen
ist, macht sich usserlich als heller Fleck bemerklich; der andere
Theil, welcher daselbst refiectirt wird, kann hingegen, bei einer ge-
wissen Einfallsrichtung des Strahlenkegels der Beleuchtungslinse,
durch. .die Pupille aus dem Auge herausgelangen. -
	Befindet sich ein beobachtendes Auge in der Richtung eines der
beiden Lichtbschel, von denen das eine direct, das andere nach ein-
maliger Reflexion durch die Pupille herausgebrochen wird, so sieht es
die Pupille des beobachtenden Auges in derselben Weise, in rthlichem
Lichte aufleuchten, wie bei einem leukaethiopischen Kaninchen. Es
versteht sich von selbst,. dass die Intensitt der Erleuchtung bei ver-
schiedenen Augen sehr verschieden ist. Blaue, etwas vorspringende
Augen eignen sich weit besser zu diesen Versuchen als dunkle, ob-
schon auch diese letzteren hinreichend durchscheinende Hute besitzen,
um die besprochene Erscheinung zu zeigen.
	Nach dieser Methode kann man das ganze Auge, namentlich den
Glaskrper, die Linse, da Lig. diiare etc., in den verschiedensten
Richtung en durchleuchten und dabei manche nicht unwesentliche
Aufschlsse ber etwa vorhandene pathologische Vernderungen er-
halten.
