100 	Ueber das Orthoskop.

ung der Retina fr gewhnlich unmglich machen, in so weit aufge-
hoben werden, dass man unter hinreichend starker Beleuchtung ohne
Weiteres das Innere und -den Grund des Auges deutlich muss sehen
knnen.
	Es ist schon eine alte, aber unverwerthete Erfahrung, dass
der Versuch dieses Resultat theoretischer Betrachtung vollkommen
besttigt. Ich finde in dem Trait des Sens par Mr. bE CAT, Nouvelle
Edition, Amsterdam 1744, pag. 174, wo MARIOTTE'S Ansicht von der
Unempfindlichkeit des Opticus und der Bedeutungslosigkeit der Retina'
fr das Sehen, vertheidigt wird, folgende Stelle:-
	 Mr. Mery plongea un chat dans un sceau d'eau et lui examina le
fond des yeux; qwnd l'oeil ost plong dans l'eau, on voit plus distincte-
ment los parties interns. Ii vit donc quo la retinc toit'aussi transparente
quo toutes leshumeurs dc l'oeil et ii en conclut, que)cette membrane n'tait
pas plus l'organe immdiat de la vue, que le cristallin et l'humeur vitre'e,
puisque les rayons la traversaient aussi facilenzent qu'elle traverse les
autres humeurs. <
	Dieselbe' Methode wendete auch BR1JECKE bei seinen Unter-
suchungen fiber die Ursachen des Farbenwechsels der leuchtenden
Thieraugen an, um den Grund der Augen zu sehen. (Mll. Arch. 1845,
S. 391).
	Schliesslich erlaube ich mir noch auf einen wesentlichen Vortheil
aufmerksam zu machen, welchen das Orthoskop, abgesehen von.cler
Leichtigkeit der Anwendung und von seiner Einfachheit, bezglich
der Beleuchtung darbietet. Bei den bisher bekannt gewordenen Augen-
spiegeln tritt, wie schon HELMHOLTZ angefhrt, das Flammenbild,
welches die Cornea zurckwirft, sehr strend hervor, wenn man sich
jenen Theilen der Retina nhert, welche in der Sehaxe liegen. Die
Untersuchung des gelben Fleckes und seiner Umgebung wird. durch
das Hornhautbildchen wesentlich erschwert. Die Intensitt und mit
dieser die strende Einwirkung des Hornhautbildchens wchst natr-
lich mit der Intensitt der Beleuchtung. Dieser wichtige Uebelstand
nun wird durch die Anwendung des Orthoskops gehoben. Die einzige
erhebliche Spiegelung des einfallenden Lichtes findet an der vorderen
Glasplatte des Instrumentes statt. Diesem Reflex kann man jedoch
durch Vernderung des Einfallswinkels der Lichtstrahlen entgehen
oder dadurch ganz und gar ausweichen, dass man das Auge durch die
seitliche Glasplatte, (welche- zu diesem Ende eine andere Neigung zu
der vorderen bekommen kann, oder von oben her beobachtet, whrend
das passend gestellte Auge durch die vordere Glasplatte beleuchtet
wird. Will sich der Beobachter das Bild der Retina nher bringen
