112 Ueb. einen eigenth. Schaltknochen tin Angenhhlendache d. Menschen.

talplatten bezglich der Form, Ausdehnung, Lage, Verbindungsweise
und des Verhltnisses zu den Nachbargebilden.
	Von den sechs beschriebenen Fllen scheint mir nur der erste
geeignet zur Entscheidung der Frage.
	Betrachtet man die in Fig. 1 A von der Schdelhhle aus in ihrer
natrlichen Lage und Verbindung abgebildeten Schaltknochen, und
vergegenwrtigt sieh zugleich die, embryonalen anatomischen Verhlt-
nisse dieser ehde1gegend, - die von den Seitenrndern der knor-
peligen Lamina cribrosa zu den knorpeligen, kleinen Keilbeinflgeln
schrg ber den horizontaleli Theil des werdenden Stirnbeins herber-
ziehenden und mit ihnen versehmelzenden Frontalplatten, die vom
ussern Umfang des Foramen opticum aus gegen die freien Spitzen hin
fortschreitend verknchernden Aloe parvae u. s. w. -, so wird man
die frappante Uebereinstimmung der Schaltknochen mit der Frontal-
platte in ihren anatomischen Verhltnissen wohl nicht leicht verkennen.
Drei Punkte will ich noch besonders hervorheben: nmlich die
schuppennahtartige Verbindung der Schaltknochen mit dem Stirnbein,
ihr Verhltniss zu den Aloe parvae, und drittens den grosseh Antheil
des linken Schaltknochens an der Begrenzung der incisura ethrnoidalis.
	Die Verbindungsart der Schaltknochen mit dem horizontalen Theil
des Stirnbeins stimmt vollkommen mit der Lage der Frontalplatte ber
demselben berein; das Heranreichen des langen innern Randes des
linken Schaltknochens bis an die Lamina cribrosa entspricht dem Ur-
sprunge der Frontalplatte von den Seiten des Ethmoidalknorpels; das
Verhltniss zu den Aloe parvae endlich (siehe die Beschreibung) be-
weist mit fast apodiktischer Gewissheit, dass Theile des Knorpel-
schdels, und zwar die Spitzen der knorpeligen Aloe parvae, mit zur
Bildung der Schaltknochen verwendet wurden.
	Nach dem Allen scheint es ziemlich fest zu stehen und mehr als
wahrscheinlich zu sein, dass wenigstens der Theil der Schaltknochen,
welcher in die Schdelhhle sieht, durch die Ossification und die
weitere Entwickelung der Frontalplatten und der Enden der knorpeligen
Aloe parvae entstanden sei. Jedenfalls hat diese Anschauung die
meisten Chancen. Minder wahrscheinlich ist es jedoch, dass auch der
in die Augenhhle sehende Theil der Schaltknochen als ossificirter
Knorpel anzusehen sei, und es spricht namentlich der' Umstand da-
gegen, dass sieh gleich zu Anfang das werdende Stirnbein weit unter'
die Frontalplatte herunterschicbt. Annehmbarer scheint es mir, diesen
Theil als ein losgetrenntes Stck der Pars horizontalis des Stirnbeins
aufzufassen, welches von unten an die ossificirte Frontalplatte ange-
wachsen ist.
