Ueb. einen eigenth. Schaltknochen im Augenhhlendache d. Menschen. 113


	Hiermit haben wir uns fr jenen abnormen Entwickelungsvorgang
erklrt, welcher die Entstehung der Schaltknochen durch die Ver-
kncherung eines Theiles des Knorpelschdels und Verwachsung des-
selben mit einem abgetrennten Stck des Stirnbeins bedingt.
Es bliebe noch das Verschwinden des Foramen sphenofrontale zu
motiviren. Ich vermuthe, dass sich der vordere und der hintere Rand
dieser Spalte in Folge der fortschreitenden Ossification bis zur Berh-
rung genhert haben (vielleicht auch theilweise verwachsen sind), und
zu dem Innern Theil der Naht zwischen dem Schaltknochen und dem
Processus ensiformis, welche, wenn auch nicht ihrem Umrisse, doch
ihrer Lage nach, dem For. sphenofrontale entspricht, verwandelt wur-
den, whrend das innere Ende des For. sphenofronta!e offen blieb und
nun das For. ethmoidale posticum darstellt.
	Was nun die in den brigen fnf Fllen beschriebenen Schalt-
knochen betrifft, so sind sie zu wenig entwickelt, und ihr Verhltniss
zu den Nachbarknochen nicht genug ausgesprochen, als dass ihre Be-
deutung. mit einiger Sicherheit festgestellt werden knnte; dennoch
drfte nach dem ber die ersten beiden Schaltknochen bemerkten die
Meinung, dass auch sie theilweise der Ossificatin der Frontalplatte
ihren Ursprung verdanken, einen festem Boden bekommen, obschon
sich brigens nicht viel dagegen einwenden liesse, wenn man diese
kleineren, minder entwickelten Schaltknochen bios fr abgetrennte
Plttchen des horizontalen Theiis des Stirnbeins halten wollte.
Wrzburg im Januar 1850.
Ozermak, Schritten.	8
