Ueb. einen eigenth. Schaltknochen im Augenhhlendache d. Menschen. 105

Schaltknochen wenigstens zum Theil aus demselben Bildungsma-
terial entstanden, aus dem sonst die normal gebildeten Alae parvae
erwachsen.
	Die Berhrungspunkte der Schaltknochen mit ihrem dritten Nach-
barknochen, dem Siebbein, sind am wenigsten zahlreich. Der Schalt-
knochen der rechten Seite erreicht das Siebbein blos durch einen
kleinen, nach unten und hinten gekrmmten Fortsatz (a h) und trgt
zur Begrenzung der Incisura ethmoidalis nur sehr wenig bei. Der linke
Schaltknochen steht durch einen hnlichen Fortsatz (f i) und einige
wenige Punkte seines inneren Randes, der sich nach vorn und innen
ber den horizontalen Theil des Stirnbeins vorschiebt, mit dem Sieb-
bein in Verbindung; sein Antheil an der Begrenzung der Incisura
ethmoidalis ist jedoch weit grsser, als der des rechten Schaltknochens,
und betrgt fast die Hlfte des linken Randes der Incisur.
	Durch den gekrmmten Fortsatz welchen die Schaltknochen nach
ab- und rckwrts schicken, entsteht an ihrem innern Rande je ein
kleiner, rundlicher Ausschnitt, der durch die Anlagerung des Keilbeins
von hinten und des Siebbeins von unten zu einem Loche - dem
Foramen ethmoidale posticum - geschlossen wird.
	Die eben beschriebene Missbildung, welche mein Interesse bezg-
lich ihrer Erklrung durch die Entwickelungsgeschichte der betreffen-
den Schdelgegend und bezglich der Lehre von den Schaltknochen
berhaupt lebhaft in Anspruch nahm, veranlasste mich, ber die
Hufigkeit ihres Vorkommens Nachforschungen anzustellen. Das ana-
tomische Museum- und die Sammlung des physiologischen Institutes in
Breslau, deren Benutzung mir durch die Gte der Herren Professoren
PURKIN und BARKOW auf die liberalste Weise gestattet wurde, boten
dazu Material genug.
	Unter mehreren hundert Schdeln, die ich untersuchte, fanden
sich nebst dem schon beschriebenen Falle nur noch 5 vor, an welchen
die Schaltknochen, obschon von geringerer Grsse, vorhanden waren. i)
Ich lasse die specielle Beschreibung derselben folgen.
	2) Schdel eines Erwachsenen. Die Schaltknochen sind auf beiden
Seiten zugegen. -
	Der linke Schaltknochen besteht aus zwei getrennten Plttchen,
einem grsseren, nach innen gelegenen und einem kleineren, nach







	I Ich habe seither Gelegenheit gehabt, mehrere anatomische Museen, unter
andern das in Wrzburg, zu durchsuchen, fand jedoch in keinem derselben 
Schildel
mit diesem Schaltknochen, so dass ich annehmen muss, dass sie nicht allzu 
hufig
	vorkommen.	-
