﻿VIII.
lieber einen eigentümlichen Schaltknochen im Augenhöhlendache des Menschen,
[Zeitsehr. f. wissensch. Zoologie etc. 1831. Bd. HI. S. 27.]
Hierzu Tafel 8.
Die Sammlung des physiologischen Institutes zu Breslau besitzt 1 den Schädel eines jugendlichen Individuums, w elcher folgende bemerkenswerthe Missbildung zeigt.
in dem Winkel, wo das Keil-, Sieb- und Stirnbein gewöhnlich zusammenzustossen pflegen, findet sich an demselben — sowohl auf der rechten als auf der linken Seite — ein ansehnlicher Schaltknochen eingelagert, dessen obere Fläche gegen - die Schädelhöhle, dessen untere in die Augenhöhle sieht. Der Schaltknochen stellt beiderseits ein dreieckiges Blättchen von nicht sehr regelmässigen Contouren dar und grenzt nach hinten an das Keilbein, nach innen an das Siebbein, und nach vorn und aussen an den horizontalen Theil des Stirnbeins.
In Fig. 1 .1 sind beide Schaltknochen, von der Schädelhöhle aus, in ihrer natürlichen Lage, Verbindung und Grösse abgebildet; das Os ethmoidale ist entfernt, die Incisura ethmoidal is, von hinten durch das Keilbein geschlossen, präsentirt sich als ein grosses, länglich viereckiges Loch.
Fig. 2 A giebt eine Ansicht der Schaltknochen von unten. Das Siebbein und sämmtliche Gesichtsknochen sind weggenommen.
Bei der Ansicht von oben Fig. 1 A tritt ein ganz eigentümliches Verhältniss der Schaltknochen zu den kleinen Flügeln des Keilbeins, welche auf einer fast embryonalen Entwicklungsstufe stehend, ganz rudimentär angedeutet sind und erst durch Anlagerung der nach aussen gerichteten langen Fortsätze der Schaltknochen zur normalen Länge ergänzt werden, hervor, auf das wir später noch einmal zurückkommen.