﻿1 10 Ueb. einen eigenth. Sehaltknochen im Augenhöhlendaclie d. Menschen.
Bildungsmaterial, aus dem der Sehaltknochen möglicherweise entstanden sein kann.
Wir wiederholen, was oben vorläufig über die Qualität der Anlage, aus der sich der Sehaltknochen herausbilden kann, gesagt wurde, indem wir jetzt speciell die Tlieile bezeichnen :
1	Der Sehaltknochen ist entweder die in grösserer oder kleinerer Ausdehnung ossifieirte Frontalplatte oder
2	einlos getrenntes Stück der Pars horizontal is des Stirnbeins, oder endlich
ä Beides zugleich.
Im weiteren Verlauf der normalen Entwicklung des Schädels ändert sich durch die Ossification und andere Vorgänge manches embryonale Verhältniss, — so auch das vorhin beschriebene.
Die Metamorphose, die mit und in den verschiedenen Partieen des Knorpelschädels vorgeht, ist, wie man annimmt, eine dreifache : der grösste Tlieil des Primordialcraniums ossificirt; ein kleiner Theil bleibt längere Zeit die Knorpelscheibe zwischen dem Körper des Keilbeins und dem Körper des Hinterhauptbeins), oder für immer (Septum narium cart il. knorpelig; ein dritter Theil endlich hat blos eine vorübergehende Bedeutung und verschwindet ganz und gar.
Die Frontalplatten und die äussersten Spitzen der Alae parvae gehören zu jenen Partieen des Knorpelschädels, welche später nicht mehr nachzuweisen sind, und von denen wohl angenommen werden muss, dass sie durch irgend einen Vorgang verschwinden. Der horizontale Theil des Stirnbeins ist somit später nicht mehr von der Frontalplatte bedeckt und trägt in seiner ganzen Ausdehnung zur Bildung des Bodens der vordem Schädelgrube bei.
Dies der normale Fortbildungsproeess. Die Entstehung eines Schaltknochens ist immer etwas Abnormes und setzt einen eigenthixm-lichen Entwicklungsvorgang voraus ; so auch das Vorhandensein unsres Schaltknochens.
Unter den vorliegenden Verhältnissen kann der normale Fortbildungsproeess in mehrfacher Beziehung ein anderer werden. Es lässt sich nämlich denken, dass abnormerweise Ossificationspunkte in die Frontalplatte niedergelegt werden — denn sie ist ebensogut knorpelig, als die übrigen ossificirenden Tlieile des Primordialcraniums. Die ganz oder tlieilweise ossifieirte Frontalplatte würde dann, statt zu verschwinden, selbständig auftreten, und es käme nur au £ ihr Verhältniss zur Pars horizontal^ des Stirnbeins an, ob sie einen Sehaltknochen bilden oder zu dessen Entstehung beitragen könne. Wenn der ixnter