﻿Ueb. einen eigenth. Schaltknochen im Augenhöhlendache d. Menschen. Hl
der abnorm ossificirenden Frontalplatte liegende Theil der Pars hori-sontalis des Stirnbeins ans irgend einem Grunde nicht verknöchert, so kann die Frontalplatte allein den Schaltknochen darstellen ; wenn sich die Pars horizontal is wie gewöhnlich entwickelt, so ist die Möglichkeit gegeben, dass die Frontalplatte entweder mit ihr vollständig und spurlos verschmilzt was gar nicht so selten Vorkommen mag, nur ist es später nicht nachzuweisen) oder als eine Knochenschuppe persistirt : wenn endlich das Stück der Pars horizontales, welches von der ossifi-cirenden Frontalplatte bedeckt wird, ebenfalls verknöchert, sich aber von dem Stirnbein als selbständiges Plättchen lostrennt und mit der Frontalplatte zu einem Knochen verschmilzt : so entsteht ein Schaltknochen, zu dessen Bildung die Frontalplatte sowohl als das Stirnbein beitragen.
Es liesse sieb auch denken, dass die Frontalplatte wie gewöhnlich verschwindet, während sicli vom horizontalen Theil des Stirnbeins hingegen ein Schüppchen lostrennt, das als selbständiger Schaltknc-chen persistirt.
Das Abnorme im Fortbildungsprocess, welches die Bedingung des Entstehens eines Schaltknochens ist, geht demnach hier entweder in der weiteren Entwicklung des Stirnbeins allein, oder der Frontalplatte allein, oder aber beider zugleich vor sich.
Dass die Frontalplatte in der That ossificiren könne, was schon a priori zugegeben werden darf, ergiebt sieh einmal daraus, dass die A lue parvae namentlich an der Stelle, wo sie mit ihr in Verbindung stehen, sehr wechselnde Umrisse haben, bald schmäler, bald breiter sind, — und zweitens, dass an manchen Kinderschädeln, deren Frontalplatten entweder schon verschwunden, oder noch nachweisbar sind, zwischen den fibrösen Lamellen, die dieselben früher einschlossen, oder in dem Knorpel selbst hier und da verschieden grosse Knochen-Schüppchen und -Kerne gefunden werden.
Es kommt nun darauf an, sich für einen der oben besprochenen abnormen Entwickelungsvorgänge zu entscheiden, um über die Bedeutung unsres Schaltknochens eine feste Anschauung zu gewinnen. Man darf hierbei aber nicht vergessen, dass in den sechs eingangs beschriebenen Fällen nur die Resultate abgelaufener Bildungsprocesse vorliegen, und dass somit keine directen Anhaltspunkte für das Urtheil gegeben sind, sondern ein mehr oder weniger preeärer Schluss gewagt werden muss.
Die einzigen Prämissen zu diesem Schluss ergeben sich, meiner Ansicht nach, aus der Vergleichung der Schaltknochen mit den Fron-