VIII.
Ueber einen eigenthmlichen Schaltknochen im Augen-
hhlendache des Menschen.



[Zeitschr. f. wissensch. Zoologie etc. 1851. Bd. III. S. 917.]

Hierzu Tafel 8.




Die Sammlung des physiologischen Institutes zu Breslau besitzt
1) den Schdel eines jugendlichen Individuums, welcher folgende
bemerkenswerthe  Missbildung zeigt.
	Indem Winkel, wo das Keil-, Sieb- und Stirnbein gewhnlich
zusammenzustossen pflegen, findet sich an demselben - sowohl auf der
rechten als auf der linken Seite - ein ansehnlicher Schaltknochen
eingelagert, dessen obere Flche gegen - die Schdelhhle, dessen
untere in die Augenhhle sieht. Der Schaltknochen stellt beiderseits
ein dreieckiges Plttchen von nicht sehr regelmssigen Contouren dar
und grenzt nach hinten an das Keilbein, nach innen an das Siebbein,
und nach vorn und aussen an den horizontalen Theil des Stirnbeins.
	In Fig. I A sind beide Schaltknochen, von der Schdelhhle aus,
in ihrer natrlichen Lage, Verbindung und Grsse abgebildet; das
Os ethmoidaie ist entfernt, die Incisura ethmoidalis, von hinten durch
das Keilbein geschlossen, prsentirt sich als ein grosses, lnglich vier-
eckiges Loch.
	Fig. 2 A giebt eine Ansicht der Schaltknochen von unten. Das
Siebbein und smmtliche Gesichtsknochen sind weggenommen.
	Bei der Ansicht von oben (Fig. I A) tritt ein ganz eigenthmliches
Verhltniss der Schaltknochen zu den kleinen Flgeln des Keilbeins,
welche auf einer fast embryonalen Entwicklungsstufe stehend, ganz
rudimentr angedeutet sind und erst durch Anlagerung der nach aussen
gerichteten langen Fortstze der Schaltknochen zur normalen Lnge
ergnzt werden, hervor, auf das wir spter noch einmal zurck-
	kommen.	-
