108 Ueb. einen eigenth. Schaltknochen im Atigenhhlendache d. Menschen.

grenzt. Der Schaltknochen deckt nmlich einen Ausschnitt im obern
Rande der Papierplatte des Siebbeins und ist an seinem Innern Rande
ganz flach und eben.
	Aus dem bisher Mitgetheilten geht hervor, dass im Augenhhlen-
dache des Menschen ein eigenthmlicher Schaltknochen, - obschon
nicht allzuhufig - vorkomme, welcher sowohl paarig, als unpaarig,
d. h. auf beiden Seiten, oder nur auf der rechten oder der linken Seite
zugegen sein kann.
	In drei Fllen habe ich ihn paarig gefunden, in zwei Fllen nur
auf der linken, in einem nur auf der rechten Seite. Es ist auffallend,
dass in den drei erstgenannten Fllen der Schaltknochen der linken
Seite von bedeutenderer Entwicklung war, als der der rechten Seite.
	Werfen wir einen vergleichenden Blick auf smmtliche oben be-
schriebene Schaltknochen, so sind als charakteristische, ihnen allen
zukommende anatomische Verhltnisse besonders hervorzuheben:
1) ihre Einlagerung zwischen das Keil-, Sieb- und Stirnbein, flit
welchem letzteren sie sich durch eine mehr oder weniger ausgespro-
chene Schuppennaht verbinden;
	2) ihr Antheil an der Bildung der oberen Wand der Augenhohle
und des Bodens der  vordern Schdelgrube: und
	3) ihre Beziehung zum Foramen ethmoidale posticum, an dessen
Begrenzung sie einen wesentlichen, wiewohl nicht gleichgrossen An-
theil nehmen. Das Foramen etinn. post., welches, beilufig gesagt,
meist nicht ein Foraflien, sondern ein Canalis genannt zu werden ver-
diente, wird nmlich gegen die Augenhhle zu entweder durch den
Schaltknochen allein, mit Ausschluss aller andern Knochen, begrenzt,
oder durch den Schaltknochen und das Keilbein, oder endlich durch
drei Knochen, das Keilbein, das Siebbein und den Schaltknochen.
	Verschiedenheiten zwischen den Schaltknochen finden sich
bezg-
lich der Grosse, der Gestalt und der Verbindungsweise mit den Nach-
barknochen.
	Um ber die Bedeutung und Entstehung dieser Schaltknochen ins
Klare zu kommen, ist es nothwendig, sich die frheren Entwicklungs-
phasen der vorderen Schdelgegend, d. h. die embryonalen Verhlt-
nisse des Keil-, Sieb- und Stirnbeins zu' vergegenwrtigen.
	Vor allem muss festgestellt werden, dass von diesen drei Knochen
das Keilbein und Siebbein im Embryo knorpelig prformirt, Theile des
Knorpelschdels sind, whrend das Stirnbein nicht knorplig vorge-
bildet ist und nicht zum Primordialcranium gehrt, und dass somit der
Schaltknochen nur entweder aus einem Theil des Knorpelschdels
