﻿Beschreibung und mikroskopische Untersuchungen von Mumien.
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Negerrace gehört weder dieser noch der andere Schädel, zum semitischen Typus eben so wenig, das ist gewiss.
Demnach bliebe die Wahl zwischen dem pelasgischen und ägyptischen Typus. Den Schädel des Knaben glaubte ich eher zum pelasgischen Typus stellen zu müssen, weil die Charaktere des ägyptischen noch weniger stimmen wollten. Morton sagt nämlich: -»the Egyptian form differs from the Pelasgic in having a narrower and more receding forehead, while the face being more prominent, the facial angle is conse-quently less«. Der Schädel des Weibes jedoch spielt durch seine seitliche Abflachung mein- in diese Formen herüber. Die Kreuzung der Racen einerseits und die noch immer nicht hinreichend festgestellten Charaktere der Typen andererseits machen das Schwankende der Bestimmung in diesem und in anderen Fällen begreiflich.
Die Uebergangsformen Hessen sich wohl mit grösserer Bestimmtheit unterbringen, wenn nur die Haupttypen besser charakterisirt wären und die ganze Methode der Untersuchung exacter wäre. Der Weg, welchen Retzius ') durch seine wichtigen Arbeiten angebahnt hat, scheint mir aus der bisherigen Unsicherheit herauszuführen. Auf die Betrachtung der Schädelformen darf sich jedoch die anthropologische Untersuchung nicht beschränken. Die Proportionen des Rumpfes und der Glieder müssen in gleicher Vollständigkeit behandelt und berücksichtigt werden. Carus hat in seiner Physis einen ganzen Abschnitt der Betrachtung der Grössenverhältnisse der Körpertheile gewidmet. In ähnlicher Weise würden alle Racen durchzuarbeiten sein. Als Resultat ergäbe sich dann wo möglich eine Anzahl mathematischer Formeln, welche der präcise Ausdruck für die charakteristischen For-men der Racen wären. —
Die Stellung, in welcher die Mumie eingewickelt worden war, ist die eines ausgestreckt Liegenden. Der Kopf ist etwas gehoben, wie wenn er auf einem Kissen ruhte. Der Rumpf und die Beine sind gerade gestreckt. Die Arme, im Ellenbogengelenke leicht gebogen, laufen an den Seiten herunter, so dass die Hände mit der Palmarfläche an den Schenkeln liegen und der Mittelfinger jederseits bis gegen die Mitte des Femur reicht. Dies ist die gewöhnliche Richtung der Arme bei weiblichen Mumien ; die Männer hatten meist dié Arme über der Brust gekreuzt1 2);» Zwischen den zusammengeneigten Beinen bleibt wegen der Breite des Beckens ein dreieckiger Raum, dessen Spitze
1	Vergl. dieses Naturforschers zerstreute craniologischen Aufsätze in Miiller’s Archiv.
2	Jomard a. a. O., S. 86.