﻿Beschreibung und mikroskopische Untersuchungen von Mumien. 131
und Brust sind mit einer Art Körnern oder aromatischen Kräutern angefüllt, unter denen das Chenopodium ambrosioides niemals fehlen soll. Die peruanischen Mumien zeigen wieder eine andere Zubereitungsweise und Stellung ; sie sitzen nämlich ganz zusammengekrümmt, so dass die Knie fast das Kinn berühren, während die Mumien der Guanchen aufrecht stehen.
Die alten Aegyptier selbst hatten weit mehr als jene drei, dem Preise nach verschiedenen, Einbalsainirungsmetlioden, von welchen Herodot und Diodor erzählen. Dies beweisen alle neueren an Mumien angestellten Untersuchungen. So unterscheidet Sieber (a. a. 0., S. 16) im Allgemeinen zwar nur drei Arten von Mumien, nämlich mit Harz ausgegossene, ausgetrocknete und mit Salz imprägnirte, behauptet aber, dass kein Exemplar die nämliche Behandlung vcrrathe, wie das andere. Ebenso stellt Rouyer, welcher als Membre de la Commission des sciences et des arts mit der französischen Expedition Aegypten besuchte, nach seinen an Ort und Stelle gemachten ausgedehnten Beobachtungen, mehrere Arten von Mumien auf.
Rouyer scheidet zunächst die Mumien, welche auf der linken Seite eine Oeftnung in den Bauch decken haben, von jenen, welche nirgends eine solche Oeftnung zeigen, und betrachtet dann jede dieser Gruppen für sich. Die Zerstörung des Siebbeins in Folge der Excérébration wird in beiden Hauptgruppen beobachtet.
Unter den Mumien mit der Seitenöffnung gibt es a solche, welche mit balsamischen und adstriugirenden Stoffen behandelt wurden, und bi solche, welche mit Salz imprägnirt sind. Von den sub a begriffenen Mumien sind die Einen mit aromatischen Harzen, die Anderen mit Asphalt oder Bitumen ausgefüllt. Dasselbe gilt von den sub b rangir-ten Mumien. Diese letzteren bedecken sich, entwickelt und der Atmosphäre ausgesetzt, mit einer Efflorescenz von Glaubersalz. Unter den Mumien ohne Seitenöffnung, deren Eingeweide durch den After entfernt worden sind, gibt es ebenfalls zwei Sorten: aï solche, welche gesalzen und dann getrocknet wurden, und b solche, welche nebst-dem noch mit Pisasphalt umgeben und ausgefüllt wurden.
Rouyer beschreibt das Aussehen und die Beschaffenheit der Weiclitlieile der einzelnen, nach diesen verschiedenen Methoden zubereiteten Arten von Mumien ziemlich ausführlich und genau; allein nichts destoweniger kann ich versichern, dass keines seiner Schemen vollkommen mit dem, was ich an unseren Mumien beobachtet habe, übereinstimmt. Die grössere weibliche Mumie gehört jedenfalls in Rouyer’’s erste Gruppe, aber selbst die Charakteristik der mit Bitumen
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