﻿Beschreibung und mikroskopische Untersuchungen von Mumien.
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5. Von dem Knochengewebe.
Das Periost hatte sich bei der kleineren Mumie mit den Weich-theilen an den meisten Stellen abgelöst, an einigen Punkten haftete es jedoch an den Knochen noch fest. Bei der grösseren Mumie war es noch überall nachzuweisen.
Die Knochen selbst liessen an allen Theilen, welche ich untersucht habe, meist sehr reichverzweigte Knochenkörperchen, Haver-sianische Canälchen und deutliche Lamellensysteme erkennen. Nach Zusatz von verdünnter Salzsäure traten die allgemeinen und speciellen Lamellensysteme noch schärfer hervor und zerfielen bei geeigneter Behandlung in einzelne Lamellen. Die Knochenkörperchen verloren dabei ihre Ausläufer und erschienen als blasse längliche Lücken.
Bemerkenswerth war mir die auffallende Morschheit der spongiösen Substanz der Wirbelkörper der weiblichen Mumie, welche sich, wie geröstetes Brod, mit dem Messer schneiden liessen.
Die Markhöhlen und Markzellen der Knochen fand ich meist ganz leer, doch ist es mir gerade an den morschen Wirbelkörpern gelungen, deutliche Beste des fettreichen Markes zu entdecken.
Ich unterschied nach Behandlung des Präparates mit etwas verdünnter Natronlösung Bindegewebe, Fettzellen und jene kernhaltigen Markzellen, welche Hasse und Kölliker Tn allem rothen Mark gefunden haben, und Anfangs für pathologische Producte hielten, später aber als einen constanten Bestandtheil des Markes gewisser Knochen erkannten.
6. Von den Zähnen.
In den Zähnen walten die anorganischen Substanzen in einem solchen Grade vor, dass es Niemand Wunder nehmen kann, wenn diese Gebilde bis ins mikroskopische Detail erhalten gefunden werden. Des günstigen Kesultates von vornherein gewiss, verfertigte ich ein Präparat von der zufällig abgebrochenen Krone eines Schneidezahnes und ein anderes von der Wurzel eines anderen Zahnes.
Der S c h m e 1 z zeigte sich zusammengesetzt aus einzelnen Prismen, welche an mehreren Stellen fein quergestreift und in gewohnter Weise angeordnet waren. Sehr ausgeprägt erschienen jene Färbungen, die auf Längsschliffen als braungelbe, schräg von unten und innen nach aussen und oben aufsteigende Linien sich darstellen. Auf der äusseren Oberfläche des Schmelzes bemerkte ich jene zierlichen quer um die Krone herumlaufenden feinen Wülstchen und Furchen, welche ich