126	Beschreibung und mikroskopische Untersuchungen von Mumien.

nach abwrts sieht. Die Ferse des linken Fusses ist stark nach innen
gedreht.
	Die Haut und die Weichtheile sind ziemlich stark zusammen-
getrocknet und bilden eine feste, lederartige Masse, welche auf der
Oberflche schmutzig schwarzbraun gefrbt ist und nirgends eine Spur
von Vergoldung oder Bemalung zeigt. An ihr bemerkt man deutliche
Eindrcke der festgeschnrten Binden, und zahlreiche Falten und
Runzeln. Ihr Zusammenhang mit den Knochen ist meist noch sehr
innig, es finden sich keine so ausgedehnten leeren Zwischenrume unter
den Weiehthellen, wie an dem zuerst beschriebenen Exemplare.
	Die Ohr en sind, wie schon oben bemerkt wurde, an ihrem ge-
whnlichen Platzt und vollkommen erhalten. Das Ohrlppchen reicht
ziemlich tief herunter und steht, wie die ganze Ohrmuschel, nach hin-
ten frei ab. Die Ohren erscheinen lang und schmal.
	Die Nase zeigt deutliche Spuren, dass die Exeerebration durch
dieselbe vorgenommen worden ist. Der knorpelige Theil ist etwas ein-
gesunken, plattgedruckt und deckt, wie eine Klappe, den Eingang zur
Nasenhohle, doch so, dass ein rechtes grsseres und ciii linkes kleine-
res Nasenloch gebildet wird. Die unteren Rnder der Ossa nasalia
springen auf dem Nasenrcken etwas vor.
	Die Lippen schliessen fest aufeinander; die untere deckt die
obere. Die Mundwinkel stehen tief und die Lippenspalte erhlt da-
durch die Gestalt eines bogenfrmigen, seichten Einschnittes, dessen
Concavitt nach abwrts sieht. Die Mundhhle musste ich unerffnet
lassen.
	Die oberen Augenlider sind stark gewlbt und haben ihre
Cilien. Der Raum zwischen dem eingesunkenen Auge und den Lidern
ist mit Harz ausgefllt. Die unteren Lider kehren ihren freien Rand
nach einwrts. Die Lidspalten, welche jedenfalls lang geschlitzt wa-
ren, sind daher nicht geschlossen, obgleich die oberen Augenlider
herabgelassen sind.
	Die Brst e stellen zwei nach unten abgerundete, platte, runze-
lige Hautfalten dar, welche bis zur siebenten Rippe herabreichen. Sie
sind in diesem Falle durch die Binden fest an den Thorax angedruckt
worden. An anderen Exemplaren findet man sie mit Harz ausgegossen
oder mit Byssus ausgestopft, so dass sie ihre natrliche Rundung haben
(SIEBER a. a. 0., S. 14). Ihr Umfang ist sehr bedeutend. Die Aegyp
terinnen hatten bekanntlich sehr grosse Milchdiilsen 1).


1 Vergl. BLUMENBACH: Da generis humani varietals nativa. Editio gerlia Got-
	tingae 1795, p. 258. Alias gentes amplitudiaeat turgore mamma um 
conspicuac, Ut
