130	Beschreibung und mikroskopische Untersuchungen von Mumien.

hhle gefundenen Stckes der Epidermis passte nicht mehr genau an
den unteren Rand der Epidermis der Zehen des rechten Fusses, allein
es blieb dennoch nicht der geringste Zweifel, dass das Stck daselbst
abgeschnitten worden war. Die Epidermis der linken Fusssohle habe
ich nicht gefunden, doch wird sie ohne Zweifel auch im Bauche stecken.
Die brigen mit Harz bestrichenen und bergossenen Massen, welche
als ein grosser unregelmssiger Klumpen die Bauchhhle erfllten,
konnte ich nicht herausnehmen und nher untersuchen, denn sonst
htte die Integritt der Mumie geopfert werden mssen; man darf
jedoch, nach dem bereits Mitgetheilten, mit Wahrscheinlichkeit vor-
aussetzen, dass es Reste von Eingeweiden sind.
	SIEBEn (a. a. 0., S. 14) fand hufig in den Mumien, welche sorg-
fltig balsamit waren, Klumpen von zusammengedruckten, mit
Balsammasse bestrichenen Gedrmen. Die 3ehauptung des PORPHY-
nms, dass die Priester die Eingeweide des Verstorbenen unter be-
stimmten Gebeten in den Nil geworfen haben sollen, drfte demnach
auf eine geringere Anzahl von Fllen zu beschrnken oder nicht auf
smmtliche Eingeweide zu beziehen sein.
	ROUYER scheint niemals Eingeweide in den Mumien gefunden
zu haben, denn er sagt (a. a. 0., S:478) bei Gelegenheit der Seiten-
ffnung in den Bauchwandungen:  L'ouverture, . . . se faisait, sans
doute, non seuleinent pour retirer les intestins q u' on ne ret r o u v e 
dan s
aucun dc ces cadavres desschs, mais encore pour mieux
netto yer la cavit du bas-ventre, et pour la remplir d'une plus grande
quantit dc substances aroma tiques et resineuses 
	Die Manipulation, welche die Aegypter bei ihren Einbalsamirungen
befolgten, kennen wir theils durch die Berichte alter Schriftsteller,
theils aus der Untersuchung der Mumien selbst; die antiseptischen,
harzigen, aromatischen etc. Stoffe jedoch, welche dabei verwendet
wurden, sind uns sehr unvollstndig bekannt. Die alte Kunst des
Balsamirens muss demnach eigentlich zu den verloren gegangenen
gerechnet werden. Die neueren Methoden unterscheiden sieh sehr
wesentlich von ihr und haben noch nicht Zeit gehabt zu beweisen, dass
sie vorzglicher oder doch wenigstens gleich gut sind. Uebrigens
drfte der Verlust dieser Kunst leicht zu verschmerzen sein.
	In anderer Weise als die Aegypter haben auch die alten Guam-
ehen, welche die canarischen Inseln bewohnten, ihre Todten balsamirt.
Die in den Grotten von Teneriffa gefundenen Mumien sind nicht in
Leinwand, sondern in Binden von Ziegenleder eingewickelt, und
zeichnen sieh durch ihre Leichtigkeit vor allen anderen aus. Unterleib
