	Beschreibung und mikroskopische Untersuchungen von Mumien.	1 3

aufweichen und fertigte dann Durchschnitte an, theils schnitt ich
gleich vom Trockenen dnne Lamellen und behandelte sie mit Terpen-.
tin&, welches mir bei dieser ganzen Untersuchung die wesentlichsten
Dienste geleistet hat. Das Derma mit dem Papillarkrper habe ich
berall in der entsprechenden Form erkannt. Das Bindegewebe zeigte
meist eine deutliche lamellse Anordnung, und lste sich an der dem
Krper zugewendeten Seite in die Maschen des Unterhautzeligewebes
auf. Zwischen den Bndeln desselben fand ich viele grssere und
kleinere, anscheinend homogene, unregelmssige, braunroth gefrbte
Klmpehen einer sprden Masse von muscheligem Bruch. Schon mit
blossem Auge unterschied ich an den meisten Hautdurchschnitten die
glnzenden Bruchflachen dieser harzartigen Substanz und war im ersten
Augenblicke geneigt an eine Injection mit Harzmasse zu denken.
	Die Behandlung solcher Prparate mit kaustischer Natronlsung
lehrte mich jedoch bald, dass diese Massen nichts als die, in den Ma-
schen des Unterhautzellgewebes steckenden, durch den Process der
Einbaisamirung zusammengebackenen Fett z eilen sind. Das Natron
wirkte in der gewohnten Weise auf das Bindegewebe, die einzelnen
Bndel quollen auf und gewannen an Transparenz, whrend jene
Massen in einzelne rundliche Blschen mit brunlichem Inhalt ausein-
ander fielen, welche einen Durchmesser von 0,02 bis 0,025 W. L. halten,
und somit mit den Dimensionen der Fettzellen bereinstimmten. Ich
habe, Fig. 13, die Fettzellen einer Bindegewebsmasche von der Beere
der grossen Zehe der weiblichen Mumie abgebildet.


2. Von den Epidermoidalgebilden.

a) Epidermis.
	Die Oberhaut war nicht an allen Punkten der Haut zugegen; sie
mag zum Theil beim Einbaisamiren unbemerkt abgestreift worden oder
sonst wie abhanden gekommen sein, zum Theil haben sie die Balsa-
mirer, wie das von mir in der Bauchhhle der weiblichen Mumie
gefundene Stck der Epidermis der rechten Fusssohle beweist, mit
Wissen und Willen abgezogen. Es wre zu untersuchen, ob die an den
Fssen und Handtellern hufig vorkommenden Vergoldungen und Fr-
bungen, von welchen an unseren Exemplaren, wie bereits erwhnt,
nirgends eine Spur zu finden ist, auf die vorher entblsste oder noch
von Epidermis berzogene Lederhaut aufgetragen wurden. Die in der
Bauchhohle gefundene Epidermis der Fusssohle bot die schnste
Gelegenheit zur Untersuchung dieses Gewebes. Mit der Loupe konnte
ich auf der usseren Flche derselben die den Tastleistchen entspre-
