136	Beschreibung und mikroskopische Untersuchungen von Mumien.

ehend angeordneten Schweissporen deutlich scheu. Nach Behandlung
mit kaustischer Natronlsung quollen die platten Oberhaut-Schiippchen
zu lnglich runden, hellen, kernlosen Blschen in gewohnter Weise
auf. Fig. 2 habe ich auf diese Art behandelte Epidermiszellen, welche
sich von dem Nagelfalz ber die Wurzel des Nagels herberschieben,
dargestellt. An vielen Epidermiszellen bemerkte ich den Wandungen
anhngende braune Krnchen, welche wohl nichts als Reste von Harz-
masse sind. Die abgebildeten Zellen maassen der Lnge nach 0,016",
der Breite nach aber 0,013".
	Auf Durchschnitten der den Tastfichen der Hnde und Fsse
angehrenden Oberhaut erkannte ich mit voller Deutlichkeit die zier-
lichen spiralig gewundenen Ausfhrungsgnge der Schweissdrsen
und Reste des MALPIGrn'schen Netzes.

b) Nagel.
	Das vom Der ma gebildete Nagelbett ist in allen seinen Theilen
wohlerhaltcn; nach hinten wird es vom Nagelfalz, an beiden Seiten
von zwei Hautwulsten begrenzt; die vom Grunde nach vorn ausstrah-
lenden Lngsleistchen sind ziemlich deutlich ausgeprgt. Der Nagel
selbst und die nut ihm zusammenhngende Epidermis lassen sich leicht
von der Haut abziehen. Seine Farbe ist ein gesttigtes Rothbraun.
Lsst man ihn einige Tage in Wasser liegen, so gibt er einen Thcil
seines Farbstoffes ab und erweicht, Durchschnitte sind in jeder Rich-
tung leicht zu fertigen.
	Die Oberflche des Nagels ist glatt; an der unteren Flche findet
sich ein deutlicher Abdruck der Lcistchen des Nagelbettes. Die Nagel-
wurzel, welche im Falze steckt, ist um die Hlfte dnner als der 0,2"
dicke Krper und biegsam.
	Auf Durchschnitten zeigen nur die obersten und untersten Schich-
ten eine intensive braunrothc Frbung, whrend die Mitte gelblich
durchscheinend ist. Parallel mit der Flche tritt eine von den Rissen
des Messers und der Schnittrichtung unabhngige Streifung und Punkti-
rung auf, welche der Ausdruck der schichtenweisen Anordnung der
kernhaltigen Nagelzellen ist. Der braunroth gefrbte Streif an der
unteren Flche ist das zusammengeschrumpfte MALPrnrn'sche Netz des
Nagels. Kalte Natronlsung dehnt das Nagelgewebe nach einigen
Minuten, kochende fast augenblicklich zu beraus deutlichen, schnen
kernhaltigen Zellen auf, welche sieh gegenseitig polygonal abplatten,
isolirt aber vollkommen rundliche Formen annehmen. Die Zellen des
MALPrnHI'sehen Netzes quellen dabei nicht minder auf, doch werden
ihre Kerne fast gleichzeitig durch die energische Einwirkung des Alkali
