Beschreibung und mikroskopische Untersuchungen von Mumien. 139

	Die Elemente der inn er en Wurzelscheide des Haares habe ich
mit aller Deutlichkeit unterschieden. Die Zellen der usseren Schichte
der inneren Wurzelscheide (HENLE'S Schichte) konnten leicht im Zu-
sammenhange und einzeln isolirt werden; sie hatten, einzeln gemessen,
eine Lnge von 0,01 3"-O, 02" und eine Breite von 0,006" und zeig-
ten, wo der Zusammenhang zwischen ihnen noch nicht aufgehoben
war, jene charakteristischen Spalten, welche diese Lage so leicht kennt.-
lieh machen (vgl. Fig. 5). Die innere Schichte der inneren Wurzel.-
scheide (HUXLEY'S Schichte) bestand aus polygonalen Zellen, welche
keine Spalten zwischen sich liessen und kurzer und breiter waren, als
die Elemente der usseren Schichte. Die Dicke der aus diesen beiden
Schichten, der HENLE'schen und der HuxLEY'schen zusammengesetz-
ten inneren Wurzelscheide betrug zwischen 0,007" und 0,009". Nach
innen von der HuxLEY'schen Schichte erkannte ich noch die ussere
Lage des Oberhutchens, welches, soweit die innere Wurzelscheide
reicht, den Haarbalg auskleidet und aus einzelnen dachziegelfrmig
sieh deckenden Plttchen besteht. Die Richtung und Anordnung dieser
Plttchen ist im Allgemeinen dieselbe, wie die der Schuppen des
Oberhutchens am Haarschaft.
	Wurden die Haare vorsichtig aus den Balgen herausgezogen, so
blieb die innere Wurzelscheide an ihrem unteren Ende sitzen, und
konnte dann leicht untersucht werden. An Falten der inneren Wurzel-
scheide, welche auf diese Art isolirt worden war, habe ich, bei geh-
riger Focaleinstellung den Zusammenhang aller erwhnten Elemente
wie an einem Durchschnitte deutlich bersehen knnen.
	Nach einem solchen Prparate it Fig. 6 entworfen; bei a erkennt
man die ussere oder durchbrochene, bei b die innere Schichte der
inneren Wurzelscheide und bei c das Oberhutchen, und zwar dessen
ussere, von BOWMAN und KLLIKER zuerst beschriebene Lage; bei
d sind krmelige Reste der us s crc n Wurzelscheide angedeutet.


3. Von dem fibrsen und elastischen Gewebe
	Nicht minder wohl erhalten als die bisher abgehandelten Gebilde,
sind die Bnder, die Sehnen und die Aponeurosen. Ich hatte Gelegen-
heit die verschiedenen fibrsen Elemente von beiden Mumien zu unter-
suchen, und fand ihre physikalischen und mikroskopischen Charaktere
im Allgemeinen bereinstimmend mit jenen der frisch getrockneten
Theile. Wurden die hornartig sprden, brunlichroth durchscheinen-
den fibrsen Gebilde in Wasser erweicht, so quollen sie fast alle bedeu-
tend auf, und liessen sich leicht in Fasern zerlegen. Nach Zusatz von
