122 	Beschreibung und mikroskopische Untersuchungen von Mumien.

knochen, welche nach Einigen bei den alten Aegyptern auffallend
massiv und fest gewesen sein sollen, boten hinsichtlich ihrer Dicke
durchaus nichts Abweichendes dar.
Mon-roN, welchem Cull bedeutendes Material zu Gebote stand,
sagt ber die Beschaffenheit der Mumienschdel:  the structure of the
cranial bones is as thin and delicate as in the European, and a ponderous
skull is of unfrequent occurrence.  Hiernach wren die Dicke und
Schwere der Schdelknochen als rein individuelle Eigenthmlichkeiten
aufzufassen.
	Die Formen des Schdels sind ausnehmend rein und schn.
Von obenher betrhchtet, stellt sieh der Umriss des Schdels als ein
Oval dar. Die Gesichtsknochen werden bei dieser Ansicht vllig von
der. mchtig entwickelten Hirnschale verdeckt, und nur die Nasenbeine
und die Anfange der Jochbogen ragen an der vorderen Peripherie ganz
unbedeutend hervor. Die grsste Lnge des Schdels von der Glabella
bi zum Hcker des Hinterhauptbeines betrgt = 0,176 m; die grsste
Breite fallt nach vorne und unten vom Seheitelbeinhcker und misst
= 0,142 m. Der Umfang des Schdels ist = 0,512 m, und die grsste
Hhe, von der vorderen Peripherie des For, magnum bis zum Scheitel
= 0,136 rn.
	Bei der Seitenansicht bemerkt man keine Spur von Prognathismus.
Das Gesicht ist verhltnissmssig klein und die Kiefer nicht im min-
desten vorgestreckt. An der Nasenwurzel biegt sich die Profillinie sehr
unbedeutend ein. Von der Naht zwischen den Nasenbeine und dem
Stirnbeine bis zum unteren Rande der Alveolen der Schneidezhne be-
trgt die Entfernung 0,061 m. Die Hhe des Alveolarfortsatzes von der
Spina nasalis anterior inferior bis zu seinem unteren Rande ist 0,016111.
Der Gesichtswinkel erreicht fast 90 0, Von vorne betrachtet ist das
flache Gesicht auf seine Lnge ziemlich breit. Besonders auffallend
ist die Breite der wenig gewlbten Nasenwurzel (= 0,026 in). Die
gerumigen Augenhhlen stehen weit aus einander. Die Entfernung
der beiden Jochbeine betrgt 0,105 m, der Abstand der hchsten
Punkte der Jochbogen 0? 125 m.
Die Gestalt des Unterkiefers zeigt nichts Auffallendes. Vom Con-
dylus bis zum hinteren Kieferwinkel habe ich 0,03 1 in gemessen, vom
Kinnwinkel senkrecht hinauf zum Rande der Alveolen = 0,027 m.
	Nach der Schdelform muss ich diese Mumien in die Abthei-
lung der Gentes dolichocephalae orthognathae stellen. Herr Professor
RETZIUS aus Stockholm hat whrend seines letzten Besuches
in Prag den Schdel gesehen und ist derselben Meinung. Die von
