﻿Beschreibung und mikroskopische Untersuchungen von Mumien.
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beide Foramina obturata reichte. Die hintere obere Partie dieser Schlacke nahm eine compacte aber weichere, braungefärbte Substanz ein.
Die fraglichen Massen, welche offenbar anstatt der Eingeweide in den Bauch gebracht worden waren, füllten die Beckenhöhle nicht ganz aus, und lagen ziemlich lose in dem bezeichneten Raume, so dass ihre Entfernung keine Schwierigkeiten verursachte. Auf dem Platinblech geglüht, verflüchtigten sie sich bis auf einen unbedeutenden Rückstand.
Von den Weichtheilen des Kopfes war nach jener früheren, rohen Untersuchung nichts übrig geblieben, als die pergamentartig zusammengetrocknete Kopfschwarte und die beiden sehr wohl erhaltenen, 15 mm langen und 28 mm breiten, zierlich gerundeten Ohren, an welchen Helix und Antihelix, die Crura furcata, Tragus und Antitragus mit aller Deutlichkeit zu sehen sind.
Die Lage des Ohres bietet ebenso wenig als jene des äusseren Gehörganges die geringste Abweichung von der Norm dar. Es ist bekannt, dass man eine Zeit lang die höhere Lage des Ohres, welche in den Darstellungen der bildenden Künste Aegyptens oft bis zur Cari-catur gesteigert ist, als eine Eigentümlichkeit im ethnographischen Charakter der alten Aegypter angesehen hat. Nach Morton’s 1 ausgedehnten Untersuchungen, mit welchen meine Beobachtungen an unseren beiden Mumien übereinstimmen, ist der knöcherne äussere Gehörgang weder höher noch tiefer angebracht, als bei anderen Racen. Die höhere Lage des Ohres, falls sie die natürliche Erklärung des schon von Winkelmann an den menschlichen Darstellungen der alten Aegypter bemerkten Proportionsfehler wirklich abgeben sollte, könnte sich demnach nur auf die äusseren knorpeligen Tlieile beziehen. Aber auch diese zeigen durchaus nichts Abweichendes, weder in der Gestalt noch in der Lage. Morton bemerkt zwar, dass sich durch das Zusammentrocknen der Weichtheile das Lagenverhältniss des Ohres an den Mumien etwas geändert haben könnte, allein er scheint, mit Recht, selbst nicht viel Gewicht auf diesen Einwurf gelegt zu haben. Uebri-gens führt er auch an, dass der besprochene Fehler in der Zeichnung, an den Köpfen aller Nationen, welche auf den ägyptischen Gemälden Vorkommen, häufig zu sehen sei. (Vgl. a. a. 0. Plate XIV .
Von den Haaren fand ich nach sorgfältiger Untersuchung einzelne rotlibraun gefärbte Reste auf der Kopfhaut; in feinen Durch-
1 Crania aegyptiaca ; or observations on egyptian Ethnography, derived from Anatomy, History and the Monuments, by S. G. Morton M. D. London, 1844.