﻿Beschreibung und mikroskopische Untersuchungen von Mumien.
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Die Abnützung der sehr dicht an einander stehenden Zähne deutet trotz ihres geringen Grades bei der Jugend des Individuums auf sein-harte Nahrungsmittel, vielleicht auch auf die relative Weichheit der Schmelzsubstanz. Die Zähne des Unterkiefers zeigten sich mehr abgenutzt als jene des Oberkiefers, was mit der freien Beweglichkeit des ersteren im Zusammenhang steht. Die unteren Schneidezähne waren etwas schräg von hinten und oben nach vorne und unten abge-schliffen, die oberen Schneidezähne aber dem entsprechend auf ihrer hinteren concaven Fläche ausgewetzt, und an der Schneide schräg von vorne nach hinten und oben abgestutzt. Die Substantia tubulosa sah an den Stellen, wo der Schmelzüberzug bereits durchgerieben war, als ein schmaler gelber Querstrich hervor. Die unteren Eckzähne trugen nach aussen und vorne auf ihrer Spitze eine abschüssige Facette, die oberen nach hinten und innen. Das kaum entblösste Zahnbein markirte sich als ein gelber Punkt. Die Höcker der Backen- und Mahlzähne waren, in sehr verschiedenem Grade, quer angeschliffen. Auf der rechten Seite, namentlich im Unterkiefer, hatten sie mehr gelitten als auf der anderen Seite. Dies Verhalten und die Richtung und Lage sämmtliclier Abnützungsflächen beweisen, dass der Knabe meist auf der rechten Seite gekaut hat. — Schliesslich erlaube ich mir noch die Bemerkung. dass, obgleich die oben angeführten Untersuchungen an Kindermumien und meine eben mitgetheilte Beobachtung keinen Zweifel über den normalen, gewöhnlichen Charakter des Zahnbaues dieser Exemplare lassen, dennoch eine weitere Berücksichtigung- des Gegenstandes notliwendig ist, weil wir, namentlich seit Morton’s umfassenden Arbeiten. mit Bestimmtheit wissen, dass die Mumien sehr verschiedenen Kacen angehören.
Die Knochen, welche zum grossen Theil fast vollkommen skeletisirt waren, trugen das Gepräge des jugendlichen Alters unverkennbar an sich. Die Mehrzahl der Epiphysen war noch nicht mit den Diapliysen verwachsen. Auch die paarigen Beckenknochen, welche in der Gelenkpfanne für den Kopf des Oberschenkels zusammenstosseu, um daselbst später innig mit einander zu verwachsen, waren vollkommen getrennt. Am Schädel hatte die Vereinigung des Keilbeiu-körpers und des Basilartheiles des Hinterhauptbeines noch nicht Statt gefunden.
Als Spuren der Trennung des Stirnbeines in zwei seitliche Hälften und der anfänglichen Selbständigkeit des Zwischenkiefers, fanden sich Uber der Nasenwurzel eine senkrechtstehende, rudimentäre Naht, auf dem harten Gaumen zwei vom Foramen incisivum nach aussen ziehende feine Spalten. Die Stirnhöhlen sind mässig entwickelt. Die Schädel-