﻿Beschreibung und mikroskopische Untersuchungen von Mumien.
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Als einen Unterschied zwischen frischgetrockneten fibrösen Massen und den Bändern und Sehnen etc. der Mumien, muss ich schliesslich hervorheben, dass jene durch die Maceration die Durchsichtigkeit verlieren, und ihr weissliches silberglänzendes Ansehen wieder annehmen, während diese nach dem Aufweichen eine mehr gelatinöse Beschaffenheit zeigen.
4. Von dem Knorpel.
Die Knorpel waren bei beiden Mumien zu harten, mehr oder weniger spröden, gelbbraun oder selbst schwärzlich gefärbten, durchscheinenden Massen zusammengetrocknet, ohne übrigens durch den Wasserverlust ihre Gestalt ganz eingebüsst zu haben. In Wasser gelegt quollen sie leicht auf, und verloren ihre mitunter glasartige Sprödigkeit, so dass ich ohne Schwierigkeit feine Durchschnitte anfertigen konnte. Dabei behielten die Knorpel einen lebhaften Stich ins Gelbbraune.
Von F a s e r k n o r p e 1 n habe ich die halbmondförmigen Zwischengelenkknorpel des Kniegelenkes der Knaben-Mumie, die Ligamenta intervertebralia der weiblichen Mumie und die Ohrknorpel beider untersucht.
In den ersteren fand ich keine Spur von Knorpelzellen, dagegen eine nicht undeutliche Faserung.
Die Lig. intervertebralia waren in eigenthümlicher Weise zusammengetrocknet. Die beiden den Wirbelkörpern unmittelbar aufliegeu-genden Knorpellamellen hatten ihre natürliche Form und einen hohen Grad von Härte. Die peripherischen Schichten der Bandscheibe waren stark eingezogen, so dass zwischen je zwei Wirbelkörpern eine mehr oder weniger tiefe concave Rinne herumlief. Auf Durchschnitten zeigten sich um einen centralen Hohlraum concentrisch gelagerte peripherische Spalten und Gänge, welche dem centralen Kern und dem geschichteten Bau der Zwischenwirbelbänder entsprechen. Mit Wasser behandelt, quollen die Bandscheiben stark auf und Hessen sämmtliche Elementartheile und deren bekannte Anordnung deutlich wahrnehmen.
Die Knorpel des äusseren Ohres endlich, welche von einem starken Perichondrium eingehüllt waren, bestanden aus einer eigenthümlich faserigen Grundsubstanz und deutlichen länglich runden, mit ein bis zwei kernartigen Massen ausgefüllten Zellen. In Fig. 8 habe ich ein Stück des Ohrknorpels gezeichnet, bei a bemerkt man ovale Lücken der Grundsubstanz, in welchen Knorpelzellen eingebettet waren, die in Folge der Präparation herausgefallen sind.