﻿144 Beschreibung und mikroskopische Untersuchungen von Mumien.
immer nur an den zweiten oder bleibenden Zähnen gesehen und an einem anderen Orte ausführlich beschrieben habe. Der untere Theil mehrerer Zahnkronen war mit dicken Ablagerungen von Weinstein umgeben.
Die homogene Grundsubstanz des Zahnbeines hatte einen merklichen Stich ins Gelbe, besonders an der Spitze der Krone, wo sie wegen der Abnutzung des Schmelzüberzuges frei zu Tage lag.
Die Zahncanälclien, welche sich auf dem Wege von der Pulpahöhle zur Peripherie verästelten und verjüngten, waren namentlich im unteren Theile der Wurzel an manchen Punkten unregelmässig erweitert. An der Grenze zwischen Cement und Zahnbein fand ich die kleinen eckigen Hohlräume, welche ich in meinen »Beiträgen zur mikroskopischen Anatomie der menschlichen Zähne«1 ; als Interglobularräume gedeutet habe, in zahlreicher Menge vor.
Von den grösseren Interglobularräumen, welche mehr im Kronen-theil des Zahnbeines Vorkommen, und wie Kölliker gezeigt hat, in frischen Zähnen nicht ossificirte Dentine enthalten, habe ich nichts bemerkt. Das Cement enthielt stellenweise sehr gehäufte, grosse Knochenkörperchen mit buschig verzweigten Ausläufern.
Auf der äusseren Oberfläche des Cements zeigte sich eine ähnliche Furchung wie auf der Oberfläche des Schmelzes.
In den Keimhöhlen*der Zähne, welche ich durch Anschleifen geöffnet hatte, fand ich unzweifelhafte Reste der Pulpa. Die mikroskopische Untersuchung dieser mühsam eroberten Ueberbleibsel konnte jedoch keine deutliche, sichere Spur von Nervenfasern oder Gefässen nachweisen. Dagegen waren die Fäden und Keimkörner eines Pilzes, welcher sich in den faserigen der Länge nach spaltbaren Rudimenten der Pulpa eingenistet hatte, unverkennbar. Da die untersuchten Zähne der kleineren Mumie angehörten, deren entblösstes Gesicht jahrelang dem Einflüsse der wechselnden Zustände der Atmosphäre ausgesetzt war, so kann die Anwesenheit dieses Epiphyten nicht auffallen.
7. Von den Muskeln.
Bei der Untersuchung, namentlich dieses Gewebes, habe ich die Erfahrung gemacht, wie sehr das Resultat solcher Nachforschungen von der Präparationsmethode und Behandlungsweise der Objecte ab-liängt. Ich suchte lange vergebens nach den sonst so leicht darstellbaren quergestreiften Muskelfasern. Die verschiedensten Reagentien hatte ich ohne Erfolg angewendet ; aus den verschiedensten Regionen
i Zeitschr. f. wiss. Zool. 1850, Bd. II, S. 295. — S. o. S. 56.