160 Ueb. d. Bau u. das optische Verhalten der Haut v. Asearis lumbricoldes.

stehen dann die Lngs- und die Quermuskeln , deren animaler Cha-
rakter hufig mit ausgezeichneter Schrfe hervortritt.
	Um den Zusammenhang der beschriebenen Schichten schnell zu
bersehen, habe ich eine schematische Darstellung eines Lngsdurch-
schnittes der Haut (Fig. 2) entworfen.
	a die Durchschnitte der Querringel der
Epidermis, an deren unterer Flche die fa-
	angedeutet ist; b die homo-
gene Schichte; c die ussere, d die innere
Spiralfaserschiehte; e die Lngs-, f die
Querfaserschichte.
Beim Abziehen und Reinigen der zu den
	1	optischen Versuchen bestimmten Hautstcke
Fig. 2.		entfernt man nicht nur die mit den Muskeln
	Fig.		inniger zusammenhngende Querfaser-
schichte, sondern meist auch die zarte lngsgestreifte Lamelle, so dass
nur die Epidermis, die homogene Schichte und die beiden Spiralfaser-
lagen brig bleiben, welche zusammen eine glaslielle, etwa 0,039" bis
0,04" dicke Membran darstellen.
	Die optischen Erscheinungen, welche ich durch diese Membran
beobachtet habe, sind nun folgende:
	1. Die zierlichen, feinen Querringel der Epidermis bringen ein
sehr brillantes Beugungsphnomen hervor. Sieht man durch ein zwi-
schen zwei Glasplatten und unter Wasser ausgebreitetes Hautstiick,
das dicht vor das Auge gehalten wird, nach einer Kerzenflamme, so
gewahrt man in der Mitte das unvernderte Bild der Flamme, zu bei-
den Seiten aber in einer geraden Linie auf einander folgende, lebhaft
gefrbte Spectren, welche mehr oder weniger zu einem Lichtband
zusammenfliessen. Die Speetren nehmen an Grosse und Intensitt ab,
je weiter entfernt sie von der Medianlinie stehen. Ich habe bis 4
Speetren auf jeder Seite der Flamme gezhlt. Der innere, der Flamme
zugewendete Rand der Speetren ist blau gefrbt, darauf folgt Grn,
dann Gelb und endlich Roth. Dort wo die Rnder der Speetren zu-
sammenfallen, erscheint Violet.
	Nebstdem bemerkte ich jederseits zwei gelbliche, etwas verwa-
schene Strahlenbschel, wenn die Entfernung der gesehenen Kerzen-
flamme eine gewisse Grsse nicht berstieg. Die Strahlenbschel
derselben Seite convergirten von oben und von unten gegen das zweite
Spectrum hin und hatten gegen einander eine Neigung von weniger
als 450 Der Winkel, unter dem die Spiralfasern der Haut gekreuzt
sind, ist derselbe; allein die Richtung der Strahlenbschel fllt nicht
