162 Ueb. d. Bau u. das optische Verhalten der Haut v. Asearis lumbrieoIdes.

dunkle oder helle Streifen von geringer Breite und verwaschenen
Contouren markirt sind. Die mikroskopische Untersuchung der Seiten-
linien ergiebt, ausser den oben angefhrten Verhltnissen der Epider-
mis, der homogenen Schichte und einer unbedeutenden Lockerung der
Spiralfasern, keine wesentliche Abweichung im Baue ihrer Hautstellen,
welche die beobachtete Erscheinung gengend erklren mchte. Man
durfte demnach zu der Annahme einer Ungleichmssigkeit in der m o -
lee u 1  ren Zusammensetzung der histologischen Bestandtheile der
Haut gedrngt werden, welche eben nur durch ein so empfindliches
Reagens, wie das polarisirte Licht, aufgedeckt werden kann, der ge-
whnlichen Untersuchung aber entgeht.
	Legt man zwei Hautstucke in der Art ber einander, dass sich die
Querringel rechtwinkelig durchkreuzen, so bleibt die Stelle, wo sie
sieh bedecken, bei gekreuzten Prismen in jeder Stellung dunkel, bei
parallelen Prismen hell, whrend sieh die frei hervorstehenden Ecken
nach dem mitgetheilten Gesetze frben. Die Erklrung hiervon ist die-
selbe, wie bei gekreuzten Gypsblttchen.
	Schliessen die Hautstucke Theile der Seitenlinien mit ein, so
werden die letzteren bei einer Neigung von 450 gegen die Polarisations-
oder Schwingungsebene der beleuchtenden Strahlen in der Ausdeli-
nung, als sie von dem zweiten Hautstuck bedeckt werden oder es
decken, gefrbt erscheinen mssen, weil sie eben keine doppeltbre-
chenden Eigenschaften besitzen und die Wirkung der darunter oder
darber liegenden Hautstellen nicht verndern knnen.
	Auch an Durchschnitten der Haut habe ich dieselben optischen
Phnomene beobachtet. Die eine der Richtungen, nach welchen die
Schwingungen des durchfallenden Lichtes abgelenkt werden, liegt in
der Flchenausbreitung, die andere steht senkrecht auf derselben in
der Durchschnittsebene.
	Dabei bemerkte ich an den untersuchten Schnitten noch folgende
Verschiedenheit im Verhalten der einzelnen Schichten:
	In Lngsdurchschnitten zeigten die Epidermis und die Spiral-
faserlagen nur Spuren der doppelten Brechung, whrend die homo-
gene Schichte der Frbungen sehr deutlich erkennen liess. In Quer-
durchschnitten war die Wirkung der homogenen Schichte weniger
stark, dagegen traten die doppeltbreehenden Eigenschaften der Epi-
dermis etwas mehr, die der Spiralfaserlagen aber in auffallendem
Grade hervor.
	Die vorliegende Mittheilung ist ein Beitrag zu den durch BCK in
Christiania begonnenen, von ERLACH, THOMAS n. A. fortgesetzten
