﻿158 Ueb. (1. Bau u. das optische Verhalten der Haut v. Ascaris lumbricoïdes.
Auf Durchschnitten erkennt man, dass die Epidermis nach innen eine zarte faserige Structur besitzt, während sie nach der Oberfläche in ein homogenes Gewebe übergeht. Am deutlichsten sieht man diese Fältelten oder Fasern der Epidermis, welche mehr oder weniger senkrecht auf die Querringel gestellt sind, wenn man ein gereinigtes Hautstück parallel mit den Querringeln in der Art faltet, dass die Epidermis nach innen zu liegeu kommt.
Die Furchen, welche mit einander correspondirend an der äusseren und inneren Fläche der Epidermis Vorkommen und die Entstehung der
feinen Querringel bedingen, laufen nicht einfach in sich seihst zurück, sondern spalten sich manchmal di-chotomisch und werden mit wenigen Ausnahmen an jenen Stellen, welche den beiden Seitenlinien des Thieres entsprechen, plötzlich ganz unterbrochen. Fig. 1 stellt ein Stück Epidermis der Seitenlinie dar. Man sieht, wie die Quer-
Fig. 1.
ringel in Folge des Verhaltens der Furchen theils mit abgerundeter Spitze enden, theils mit einander verschmelzen.
In dem Raume zwischen den Seitenlinien sind die Theilungen und Unterbrechungen der Furchen nur selten zu treffen, so dass die Querringel daselbst fast durchgängig die gleiche Breite und einen unter sich parallelen Verlauf haben.
b Als Resumé der bisherigen Beobachtungen über das Corium der Nematoden findet sich bei Siebold a. a. 0. folgende Stelle : »Das unter der Epidermis liegende Corium hat eine faserige Structur, indem sich zwei Faserschichten als Quer- und Längsfasern in einem rechten Winkel und zwei andere Faserschichten schief durchkreuzen.« Ich erkannte zwischen der Epidermis und den von Siebold aufgezählten vier Faserschichten noch eine, bis 0,02"' und darüber dicke Lage einer farblosen, dem geronnenen Eiweiss nicht unähnlichen Substanz, welche ganz homogen aussieht.
Siebold beschreibt a. a. 0. S. 115, Anm. 4, die Structur der Haut der sogenannten Mutterblase von Echinococcus und giebt an, dass sich daselbst »keine Epidermis von einem Corium unterscheiden lässt, indem die Haut aus einer verhältnissmässig dicken, dem geronnenen Eiweisse ähnlichen Membran besteht, welche aus einer grossen Menge sehr dünner, homogener, dicht über einander liegenden Lamellen zu-sa mmengesetzt wird «.