﻿Keiseliilder aus Holland in Briefen an Hrn. Prof. Purkyne.
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stration wie Kassandra vor, deren prophetische Ahnungen auch erst die Zeit bewahrheitete. Schroeder’s Ansichten haben eine elegante Einfachheit und bestechende Uebersichtlichkeit. Ihre Bestätigung wäre sehr erfreulich. Nehmen Sie die Beobachtung von Wagner und Lecckart über den Uebergang der blassen Fortsätze der multipolaren Ganglienzellen in dunkelrandige, wahre Nervenfasern, so ist der erste Schritt dazu gethan. — Die Methode zur Aufbewahrung mikroskopischer Präparate in feuchtem Zustande ist Schroeder und Harting gemeinschaftlich. Die conservirende Flüssigkeit ist arsenige Säure von verschiedenem Concentrationsgrade. Ein besonderer Klebestoff, dessen Kecept sich in Harting’s grossem Werke: »Het Mikroskop« findet, befestigt das Deckgläschen an das Objectglas und hindert das Verdunsten der Flüssigkeit und das Eindringen der Luft vollständig. Harting besitzt solche Präparate, welche sich seit 6 Jahren und darüber in brauchbarem Zustande erhalten haben. Die Methode, die Sie in Breslau angewendet haben, unterscheidet sich von der Utrechter nur durch die Anwendung von Kopallack statt jenes Klebestoffes. — Die Kunst zu injiciren wird von Schroeder und Harting in einem hohen Grade von Vollkommenheit getrieben. Sie bewahren ihre In-jectionen theils in trockenem, theils in feuchtem Zustande auf, und wenden entweder opake oder durchsichtige Massen an. Die mit durchsichtigen Massen injicirten Präparate kann man auch bei durchfallendem Lichte besehen : sie haben eine besondere Klarheit. Die Methode mit durchsichtigen Farben zu injiciren, ist, so viel ich weiss, zuerst in Utrecht erfunden worden : Gerlach hat sie später mit Erfolg geübt. — Harting besitzt eine Sammlung von 6000 mikroskopischen Präparaten. welche Objecte aus allen drei Reichen der Natur enthalten und für die Vielseitigkeit seiner Forschungen zeugen. Ein vortrefflich geführter Katalog setzt auch den Fremden in den Stand, sich in dem enormen Material zurecht zu finden. Mit dieser systematischen Table des matières kann jedes Verlangen im Augenblick befriedigt werden. Welche Vortheile aus einer derartigen Sammlung für den Unterricht entspringen, ist durch sich selbst klar. Ein physiologisches Institut kann dieselbe kaum entbehren. Freilich erhalten das geringe conservative Bestreben der sogenannten todten Natur und die destructiven Tendenzen des Chemismus den Gustos fortwährend in Athem, allein dies kann keine Widerlegung des Gesagten sein. Eines dieser vielen Präparate muss ich doch speciell erwähnen, weil es ein wichtiges Factum für die mikroskopische Anatomie des Nervensystems, welche in der neuesten Zeit so mächtige Fortschritte gemacht hat, constatirt. Man sieht an demselben den Inhalt der bipolaren Ganglienkugeln —