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Eeisebilder aus Holland in Briefen an Hrn Prof Purkyne.
gedanke aus allen Ecken entgegenwellt, die trefflichen Portraits verblichener Celebritäten, die in ihrem altvaterischen Costüm, in gravitätischer Haltung zum Tlieil zu lebensvollen Gruppen vereiniget sind, — Alles das bringt eine Gesammtwirkung hervor, dass wenig Phantasie dazu gehört, sich um einige Menschenalter zurück versetzt zu wähnen und dem Gedanken Kaum zu geben, es könnte eine Allongeperücke in der Thüre erscheinen und fragen, was man da wolle ! — Im Vorlesesaale zieren die bunten Wappen verschiedener ehemaliger Professoren den Plafond; im Centrum prangt das von Kuysch.
Die älteste holländische Universitätsstadt, welche deshalb auch ein historisches Recht auf ihre Existenz und ihren Fortbestand zu haben glaubt, und auf dieses Recht in der schwebenden Mediatisirungsfrage der holländischen Universitäten, deren in diesem kleinen Lande offenbar zu viele existiren, gewaltig pocht — Leyden nämlich, ist mit Sammlungen am reichsten und besten bedacht. Weder Utrecht, noch Amsterdam, noch Groningen, noch sonst eine Stadt kann sich mit Leyden in dieser Hinsicht messen. Das naturhistorische Museum, das japanische Museum, die Sammlung indischer, ägyptischer und römischer Alterthümer u. s. w. sind höchst bedeutend.
Das Museum der Alterthümer enthält unter Anderem eine ganze Suite von Mumien und von indischen Gottheiten in Duplicaten von verschiedener Grösse und verschiedenem Material. Darunter schöne, gut erhaltene, und aus Stein gehauene Exemplare der Götter Brahma, Wischnu und Scliiva von bedeutenden Dimensionen. In der Betrachtung „dieser sonderbaren mystischen Gestalten versunken, drängte sich mir der Gedanke auf, dass es doch eine sehr interessante Sache wäre, eine vollständige Reihe der plastisch dargestellten Gottesgedanken aller Völker und aller Zeiten zu sammeln und aufzustellen, um sie mit einem grossen Blicke zu übersehen. Wie viele fortgeerbte traditionelle Ideen, welch tiefe Symbolik ! Man würde ein wesentliches Stück der Entwickelungsgeschichte der Menschheit vor sich haben.
Das j a panische M useu m ist wohl in seiner Art das ansehnlichste, das existirt, und man müsste in der That einen Ort — Japan selbst ausgenommen — lange suchen, wo so Vielerlei von japanischen Gegenständen aufgespeichert wäre. Das Staunen wächst, wenn man erfährt, dass es die Frucht jahrelanger Bemühungen und aufopfernder Thätigkeit eines E i nz i g e n ist. Der Mann, dessen Sammelgenie diese grossartige Sammlung geschaffen hat, ist Hr. v..Siebold, dessen Familie in den Annalen der Wissenschaft seit beinahe einem Jahrhundert glänzt, und den »Chirurgus inter Germanos prineeps« zum wissenschaftlichen Stammvater hat. Siebold hat durch seine Be-