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Reisebilder aus Holland in Briefen an Hrn. Prof. Purkyne.
mehrere Personen zn gleicher Zeit sehen können. Er ist eine Camera obscura, in welcher die einfache Linse durch ein zusammengesetztes Mikroskop ersetzt ist und besteht aus einem abgestutzten Kegel aus Pappe, dessen nach oben gerichtete Basis durch eine matt geschliffene Glastafel geschlossen ist. Seine ahgestutzte Spitze aber wird durch ein Gestell über dem Ocular des Mikroskopes fixirt. Ist Alles gehörig eingestellt, so erscheint das mikroskopische Bild auf dem matten Glase projicirt, und kann nun nicht nur skizzirt, sondern auch einem Collegium von mehreren Personen demonstrirt werden. Zur Vermehrung der Intensität und Deutlichkeit des Bildes wird alles störende Licht durch eine dunkle weite Kapuze, die man Uber den Kopf schlägt, ahgehalten.
Das anatomische Museum, welches wir mit Hakting besuchten , enthält nebst dem regulären anatomischen Rüstzeug an Präparaten noch eine grosse Menge plastischer, schematischer Darstellungen aus der Entwickelungsgeschichte für den didactischen Bedarf. Wachspräparate und vergleichend anatomische Darstellungen fehlen auch nicht. Von dieser Menge von Gegenständen habe ich mir namentlich ein Skelet und das dazu gehörende, in Wachs nachgebildete Gehirn notirt und halte die Sache für wichtig genug, sie Ihnen mitzu-theilen. — Das Skelet gehörte einem erwachsenen Menschen an, und bietet das Bemerkenswerthe dar, dass die rechte obere Extremität viel kürzer und zarter, mit einem Worte in allen Dimensionen viel kleiner als die linke Extremität, obschon ganz wohlgebildet ist. Das Gehirn zeigt eine unsymmetrische Entwickelung der Hemisphären des grossen sowohl, als des kleinen Gehirns, und zwar findet sich die linke Hemisphäre des grossen Gehirns und die rechte des kleinen bedeutend verkleinert, während die anderen Hirnhälften die normale Entwickelung haben. Vergleichen wir damit den Befund am Skelete (der jedenfalls eine entsprechende Anomalie im Muskel-, Gefäss- und Nervensysteme der betreffenden oberen Extremität voraussetzen lässt), so werden wir eine überraschende Beziehung zwischen der Entwickelung gewisser Tkeile der Centralorgane des Nervensystems und der Entwickelung anderer Körpertheile anerkennen müssen. Es scheint mir wenigstens natürlicher, darin das Walten eines Gesetzes zu ahnen, als ein blosses Spiel des Zufalls zu sehen, f
1 Späterer Zusatz. — E. H. Weber hat in den Berichten d. k. sächs. Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig III. 1840 einen sehr interessanten Artikel über die Abhängigkeit der Entstehung der animal. Muskel von den animal. Nerven veröffentlicht, dessen ich hier nachträglich Erwähnung thun will, indem er die oben ausgesprochene Ansicht in gewisser Beziehung bestätigt und erläutert.