﻿Ueber den Stiel der Vorticellen.
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Tlieile der scheinbar zur Wellenlinie projicirten Helikoïde auf der dem Beobachter zugewendeten Seite des durchsichtigen'Stieles liegen.
Ich habe mich überzeugt, dass hier, ähnlich wie bei den Sclmecken-schalcn derselben Art, ein doppelter Windungstypus vorkommt. Es finden sich sowohl dexiotrope als laeotrope Stiele. Die Anzahl der Umgänge schwankt caeteris paribus nach der Länge der Stiele zwischen 0 und 12. Am häufigsten sind 4—8 Umgänge vorhanden.
Das Zusammenschnellen der Stiele erfolgt bekanntlich meist so rasch, dass man kaum Zeit hat, den Vorgang zu beobachten und mit Sicherheit zu erkennen. Allein die Stiele bleiben oft lange genug zusammengezogen und strecken sich hinreichend langsam aus, so dass man aus diesen Prämissen den Modus des Zusammensclmellens er-schliessen kann. Uebrigens gibt es Mittel, das Zusammenschnellen bedeutend zu verlangsamen und den Modus desselben der directen Beobachtung zugänglich zu machen, z. B. die Beimischung einiger Tropfen Sublimatlösung.
Der hyaline Faden des völlig zusammengerollten Stieles bildet eine Helikoïde, deren Windungen sich bis zur Berührung nähern, und trägt nun längs seines innern, gegen die Conductrix der Helikoïde sehenden Bandes den Kanal, in welchem der gelbe Faden eingeschlossen ist. Das ist das constante Verhältniss. Vergl. Fig. a und Fig. b, Taf. 10. Die letztere, welche ein Stück eines nicht völlig zusammengerollten Stieles von Carchesium darstellt, zeigt auch die relative Lage des granulirten Fadens. Man hat drei isotrope Helikoï-deu vor sich, welche zugleich paradrom sind. Das Askoi'd, d. h. jene röhrenförmige Fläche, welche man tangirend um sämmtliche Windungen der Helikoïde legen kann, ist gewöhnlich ein Cylinder, manchmal aber ein Kegel mit nach abwärts gekehrter Spitze.
Streckt sich der Stiel aus, so geschieht dies, wie gesagt, ungleich langsamer als das Zusammenschnellen, und man kann den ganzen \ organg genau verfolgen. Die Windungen der ^Helikoïde entfernen sich voneinander und das Askoïd verliert an Lichtung, indem sie immer steiler ansteigen. Dabei entdeckt man ohne Schwierigkeit, dass sich der hyaline Faden, während der Streckung, aus dem Zustande der Torsion befreit. Es ergibt sich dies aus den cyklis ch en Bewegungen, welche der glockenförmige Körper der Vorticelle um seine Längsachse ausflihrt, während er durch den sich streckenden Stiel emporgehoben wird.
Die Anzahl der Windungen der Helikoïde, welche der zusammen-geschnellte Stiel bildet, entspricht jener der Wandelliuie des ausgestreckten Stieles.