﻿XII.
Ueber den Stiel der Vorticellen,
[Zeitschr. f. wissensch. Zoologie etc. 1835, Bd. IV. S. 458.] (Hierzu Fig. a u. b auf Tafel J 0).
Die contractilen Stiele der Gattungen Vorticella und Carchesium sind häutig Gegenstand der Untersuchung gewesen : nichtsdestoweniger wurde bisher, wie die nachfolgenden Citate beweisen, weder die Anatomie dieser Gebilde, noch der Mechanismus ihrer eigenthümlichen Bewegungen vollständig erkannt und in übereinstimmender Weise erklärt.
Der als Naturforscher bekannte Exjesuit' F. Schrank war der Erste, der die verschiedenen Bewegungsorgane der Infusorien in anatomischer und mechanischer Beziehung einer ernstem Aufmerksamkeit würdigte und in einer hesondern Abhandlung unter dem Titel: »Ueber die Weise, wie sich die Aufgusstliierclien hei ihren Bewegungen benehmen« in den Denkschriften der königl. bayer. Akad. der Wissensch. für 1809 und 1810 beschrieb. Ueber die contractilen Stiele der Vorticellen lässt sich Schrank a. a. O. S. 9 auf folgende, etwas confuse Weise vernehmen : .... »Mit Bestimmtheit ihre Mechanik anzugehen, ist vielleicht schlechterdings unmöglich. Die Erscheinung ist hei allen gestielten Glockenpolypen diese denn auch die, welche einen steifen Stamm haben, äussern sie wenigstens in ihren sonderheitliclien Stiel-chen [“?] ), dass ihr Stiel schneller als im Augenblicke, in einem wahren Punkt von Zeit, zusammenschnellt und null wird, ohne dass das aufmerksamste Auge mehr als ein Verschwinden gewahr wird. Was geschehen sei, das lehrt erst die Folge, und so deutlich, dass es nicht die geringste Anstrengung braucht, den Mechanismus einzusehen. Langsam und in Schraubengängen zieht sich der Stiel wieder auseinander, wie eine schwache Hand eine Uhrfeder, die mit ihrem innersten