﻿Ueber den Stiel der Vorticellen.
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Ende an irgend einen unbeweglichen Körper befestigt ist, bei ihrem äussern Ende ergriffen, in die Höhe ziehen würde. Vielleicht ist dieses Gleiclmiss mehr als Gleichniss, ist Erklärung selbst. Mir scheint es wenigstens sehr wahrscheinlich, der natürliche Zustand dieser Stiele sei eine Spirale, deren sämmtliche Windungen in derselben Fläche liegen, wie bei einer eingerollten Uhrfeder ; der ausgezogene Zustand sei gewaltsam und werde von der Willkür des Tliierchens bewirkt.«
In Ehrenberg’s grossem Werke und in den kleineren Abhandlungen über die Infusorien finden sich viele Bemerkungen über die Vorticellen. Ehrenberg beschreibt einen Spiralmuskel innerhalb des Stieles, welcher sich bei Carchesium in eben so viele Aeste theilen soll, als der verästelte Stiel selbst. Durch die Verkürzung dieses Muskels wird das Zusammenschnellen der Stiele bedingt.
C. Eckhard tlieilt über die Vorticellen Folgendes mit (Die Organisationsverhältnisse der Polygastr. Infus, u. s. w. in Wiegmann',s Arch. 1S46, Bd. I, S. 217) : Die Vorticellen »sitzen an den Enden einfacher oder zertheilter Stiele, deren Structur bei denen, welche die Fähigkeit sich zurückzuschnellen, besitzen, diese ist. Eine Scheide Muskelscheide) Fig. 3 s schliesst einen einfachen Muskel ein, der sich ein wenig Uber der Anheftungsstelle der Scheide an fremden Körpern verliert. Der unverkennbare Zusammenhang der Bewegungen des Körpers mit denen des Muskelstieles lässt schliessen, dass sich der Muskel in das Thier selbst hinein verzweige. Diese Verzweigung zu beobachten, ist mir aber bisher bloss bei Vort. nebulifera gelungen. Ich sah zwei ganz deutliche, obgleich sehr kleine (erst bei einer mehr als 400maligen Vergrösserung sichtbare) Fasern Fig. 3 v v sich in den Körper hinein erstrecken. Ehrenberg sah eine ähnliche Fortsetzung des Muskels in den Körper bei Vort. convallaria. Ist dieser Stiel nicht contrahirt, so ist auch das Thier in völliger Ausdehnung seines ganzen Körpers; sobald es aber diesen zusammenschnellt, namentlich die Mundwimpern einzieht, so verkürzen sich auch Scheide (?) und Muskel indem der ganze Stiel sich spiralförmig zusammenwindet) und das Tliierchen fährt an seinem Stiele zurück. Dehnt sich der Körper wieder aus und werden namentlich recht deutlich die Mundwimpern entfaltet, so geht auch der Stiel wieder; aus seinem verkürzten Zustand in den verlängerten über. Es scheinen bei diesem Schnellen die Mundwimpern und überhaupt die vorderen Theile des Körpers von Bedeutung zu sein, da Contraction und Expansion des Stieles und Körpers sieh gegenseitig bedingen. Welcher Einfluss auf die so eben beschriebenen Bewegungen der Muskelscheide, und welcher dem Muskel zugeschrieben werden muss, hat sich bis jetzt noch nicht mit Sicherheit ausmitteln
Czermak, Schriften.	12