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Ueber den Stiel der Vorticellen.
von beiden kann stärker sein als die andere oder der anderen gleich ; die Wirkungen der Kräfte können momentan eintreten oder es kann eine derselben, und zwar die schwächere, continuirlich wirken u. s. w. Wir wollen liier nicht versuchen, die möglichen Fälle zu erschöpfen. Es mögen diese Andeutungen genügen, um den Weg zu bezeichnen, auf welchem man zu einer nach allgemeineren Gesichtspunkten entworfenen Classification einer wichtigen Gruppe von motorischen Apparaten gelangen dürfte.
In unserm Falle haben wir es mit einem momentan thätigen contractilen Faden und einem continuirlich wirkenden, elastischen Faden zu tliun, welche in der beschriebenen Weise eine doppelte, paradrome Heliko'ide bilden. Die schwächere Elasticität, welche den Stiel stets gestreckt zu erhalten strebt, wird nur zeitweilig von der stärkeren, momentan auftretenden Contractilität überwunden. Es ist nun zu zeigen, wie die Art der Zusammenbiegung des elastischen Fadens durch den contractilen, von der angegebenen Position des letztem abhängt.
Betrachten wir zunächst, in welcher Weise ein ausgestreckter, elastischer Cylinder durch die Zusammenziehung eines geradlinigen, excentrisch gelagerten, mit seiner Längsaxe parallelen, contractilen Fadens in seiner Gestalt verändert werden muss. Es ist klar, dass sich der Cylinder an der Seite, welche dem Faden entspricht, verkürzen und in Folge dessen krümmen wird. Die Zusammenziehung kann sich so weit steigern, dass der Cylinder die Gestalt eines ebenen, geschlossenen Binges annimmt, an dessen innere Peripherie der contractile Faden zu liegen kommt. Dies wird noch einleuchtender, wenn man sich den Cylinder in unendlich viele dünne Scheiben zerschnitten denkt, deren jede ein Stück des excentrisch gelagerten Fadens enthält. Jedes solche Scheibchen wird durch die Verkürzung des an seiner Peripherie befindlichen Fadenstückes an diesem Rande zugeschärft und nimmt eine keilförmige Gestalt an. Baut man nun in Gedanken aus diesen keilförmigen Scheiben den Cylinder wieder auf, indem man sie mit ihren gleichnamigen Punkten aufeinander legt, so entsteht nothwendig kein geradliniger, sondern ein eben gekrümmter Stab oder ein geschlossener Ring. Von dem Verhältniss zwischen der Menge der Scheiben loder was dasselbe ist: der Länge des Cylinders) und dem Zuschärfungswinkel der Scheiben (d. h. dem Grade der Verkürzung des Fadens hängt es ab, ob man nur ein Segment oder den geschlossenen Ring erhält. Haben die keilförmigen Scheiben verschiedene Zuschärfungswinkel d. h. hat sich der contractile Faden an verschiedenen Punkten ungleich stark verkürzt , so lassen sich mancherlei, geschlos-