﻿Ueber den Stiel der Vorticellen.
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sene und offene, ebene Curven zusammenstellen. Mit dem Aufhören der Contraction oder einer an den Faden gebundenen zusammenbiegenden Kraft, dehnt sich der Cylinder wieder geradlinig aus.
Nehmen wir nun an, dass der an der Peripherie des Cylinders befindliche Faden nicht, wie in dem eben betrachteten Falle, parallel mit dessen Axe verläuft, sondern sehr ä g aufsteigt und gehörig verlängert eine Heliko'ide um den Cylinder beschreibt, so wird seine Verkürzung auch eine andere Folge für die Krümmung des Cylinders haben.
Wir zerschneiden den Cylinder wieder in unendlich viele dünne Scheiben, deren jede an einer bestimmten Stelle der Peripherie ein schräg aufsteigendes Stück des contractilen Fadens trägt. Der Zug, welchen das Stück des Fadens in schräger Richtung ausführt, lässt sich in zwei Componcnten zerlegen, von denen die eine parallel mit der senkrechten Axe der Scheibe wirkt, während die andere horizontal, d. h. parallel mit dem Scheibenrande zieht. Durch die Wirkung der senkrechten Componente erhalten wir, wie in dem obigen Falle die keilförmige Gestalt der Scheibe, während durch die Thätigkeit der horizontalen Componente eine Torsion der Scheibe eintreten muss, welche darin besteht, dass ungleichnamige Punkte des obern und des untern Scheibenrandes übereinander zu stehen kommen. Die einzelnen Scheiben werden also durch die volle Wirkung des schrägen Zuges keilförmig zugeschärft und zugleich torquirt.
Legt man jetzt die Scheiben mit den entsprechenden Punkten der zusammengehörigen Flächen aufeinander, so wird der wieder aufgebaute Cylinder gleichfalls torquirt und gekrümmt erscheinen und an seinem concaven Rande den zusammengezogenen Faden einschliessen. Die Krümmungen des Cylinders liegen nun nicht mehr in einer Ebene.
Ist der Cylinder so lang genommen, dass der in gleichmässig schräger Richtung aufsteigende, contractile Faden eine mehr oder weniger steile Heliko'ide um ihn vollendet hat, so ist das Resultat der Zusammenziehung ein helikoidal gewundener und torquirter Cylinder, welcher sich durch seine Elasticität beim Nachlassen der Zusammenziehung aus der Torsion befreit und seine ursprüngliche, gestreckte Gestalt wieder annimmt. Man sieht leicht, welche Fälle von compli-cirtcn und einfachen Curvenformen durch die willkürliche Veränderung des relativen Verhältnisses der Länge und Dicke des Cylinders und des Contractionsgrades und der Führung des Fadens zu erreichen sind. Der ebene Ring und die quere Einschnürung des Cylinders können als Grenzfälle betrachtet werden.