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Ueber den Stiel der Vorticellen.
Das erörterte Schema passt im Wesentlichen auf den Stiel der Vorticellen und erklärt, warum der elastische Faden im zusammengeschnellten Zustande eine Heliko'ide bilden müsse, warum der contractile Faden nach innen zu liegen komme, wie die Torsion des Stieles, welche sich durch die Drehbewegungen des Körpers der Vorticelle verräth, bewirkt werde, und wie endlich die Streckung des Stieles vor sich gehe.
Ich habe mir nach diesem Schema schon vor mehreren Jahren Modelle angefertigt, welche den Mechanismus des Vorticellenstieles auf sehr instructive Weise versinnlichen. Auf der Wunderscheibe (Phenakistoskop) lassen sich die Bewegungen des Stieles gleichfalls, jedoch nur im Bilde wiedergehen.
Ich kann diese Mittheilung unmöglich scliliessen, ohne eines überaus interessanten physikalischen Versuches zu gedenken, welchen Herr Prof. Petrixa in Prag im vorigen Jahre angestellt und vor kurzem der kais. Akademie der Wissenschaften in Wien mitgetheilt hat.
Der Versuch besteht in Folgendem : Man leitet durch eine dünne, elastische Drahtheliko'ide, welche an einem passenden Gestell frei herabhängt und mit dem untern Ende in einen Quecksilbernapf taucht, einen massig starken elektrischen Strom. So wie die Kette geschlossen ist, nähern sich augenblicklich die einzelnen Windungen des Drahtes und die ganze Heliko'ide verkürzt sich. In Folge dessen zieht sich das untere Drahtende aus dem Quecksilbernapf heraus. Damit wird aber die Leitung und der elektrische Strom unterbrochen. Der Grund der Verkürzung der Heliko'ide fällt weg. Sie streckt sich durch ihre Elasti-cität wieder aus. Das untere Ende taucht in den Napf zurück und stellt so die Leitung wieder her. Das Spiel beginnt von Neuem.
Prof. Petrixa erklärt das Zusammenschnellen der Heliko'ide aus dein Gesetze der Anziehung parallel laufender elektrischer Ströme.
Die überraschende Analogie zwischen diesem Versuche und den Bewegungserscheinungen der Vorticellenstiele wird wohl Niemandem entgehen. Hier wie dort hat man es mit einer Heliko'ide zu thun, welche durch das antagonistische Spiel zweier Kräfte sich verkürzt und ausstreckt. Sollte sich nicht auch die Erklärung des elektrischen Versuches auf die Bewegungen der Stiele übertragen lassen ? In der That, der Gedanke liegt sehr nahe, den Grund des Zusammenschnellens der Stiele gleichfalls in einem von dem Thiere erregten elektrischen Strome zu suchen. An den gelben Faden, den wir den contractilen genannt haben, müsste die Entstehung oder Leitung des elektrischen Stromes gebunden gedacht werden, da nach seiner Zerstörung das Zusammenschnellen aufhört. Das Vorhandensein elektrischer Ströme in