﻿Ueber den Stiel der Vorticellen.
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den Vorticellen darf seit den Du Bois’schen Untersuchungen über thie-rische Elektricität mit Sicherheit vorausgesetzt werden. So wäre denn eine solide Basis zur eigentlichen Erklärung dieser Bewegungserscheinungen gefunden.
Beiläufig erwähne ich liier der BAREY’schen Spiralfasern, aus denen die Muskeln zusammengesetzt sein sollen. Barry’s Anschauung gewinnt durch Petrina’s Versuch jedenfalls an Bedeutung und verdient eine aufmerksame lie.vision von Seiten der Mikroskopiker. Die Erklärung der Muskelcontraction wäre, wenn sich die schraubenförmige Structur der Muskelfaser bestätigt, bei dem gegenwärtigen Stande unserer Kenntnisse über die elektrischen Zustände der Muskeln und Nerven wesentlich erleichtert. Freilich muss erst die Histologie das entscheidende Wort gesprochen haben, ehe man mit einiger Zuversicht an den Ausbau einer begründeten Theorie der Muskelcontraction schreiten kann.
Ich habe bisher noch nicht Gelegenheit gefunden, Barry's Angaben zu bestätigen, doch muss ich gestehen, dass die Präparate, welche mir Dr. M. Barry während seines Aufenthalts in Prag zeigte, meinen Glauben an die allgemein verbreitete ÜowMAx’sche Anschauung wesentlich erschüttert haben.
Schliesslich erlaube ich mir noch auf einen Punkt aufmerksam zu machen. Petrina’s Drahtspirale schnellt allerdings durch die Wirkung des elektrischen Stromes zusammen, d. h. die einzelnen Win düngen nähern sich fast bis zur Berührung, allein der Draht selbst wird, so viel sich an dem Apparate bemerken lässt, nicht verkürzt und verdickt.
Ein organischer Spiralfaden, welcher sich in Folge eines elektrischen Stromes wie Petrina’s Drahtspirale zusammenschnellte — durch Anziehung der Windungen — würde demnach nicht eigentlich verkürzt werden. Der contractile Faden des Vorticellenstiels scheint sich jedoch, nach Allem was ich gesehen habe, nicht nur zusammenzurollen, sondern auch zu verkürzen. Die von mir angedeutete Erklärung des Phänomens könnte also auf den ersten Blick als unzureichend angesehen werden. Allein wenn man bedenkt, dass durch die gegenseitige Anziehung der einzelnen Windungen eine Verdickung des Fadens auf Kosten seiner Länge kaum ausbleiben kann, so wird man die Hypothese noch nicht ganz aufzugeben brauchen.
Uebrigens ist durch die Herbeiziehung des Petrin a scheu Versuches — mag man auch die physiologische Erklärung der Zusammenziehung des eontractilen Fadens auf was immer für einen physikalischen Vorgang zurückführen — ohne Zweifel ein wichtiger Fingerzeig