﻿Ueber den Gewichtsverlust der Thiere nach dem Tode.
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tum der Verdünstung ein, und dann werden damit keine wesentlich neuen Erklärungsgründe, sondern nur Bausteine zum Ausbau der vorgetragenen Ansicht geliefert.
Wird das Entweichen des Wasserdunstes und der Gase verhindert, so kann auch kein Gewichtsverlust zu Stande kommen. Es beweist dies folgender Versuch, durch welchen zugleich jeder Nebengedanke an irgend eine dynamische Wirkung verbannt wird. Ich brachte in eine dünnwandige Glasröhre vier wohlabgetrocknete lebende Tritonen und schmolz die offenen Enden auf dem Glasbläsertische zu. Die miteingeschlossene Luft reichte hin, den Thieren mehrere Stunden das Leben zu fristen. Die Bohre sammt Einschluss wurde sorgfältig gewogen und das Gewicht notirt. Nach geraumer Zeit — die Thiere lebten noch — gab die wiederholte Wägung dasselbe Resultat. 30 Stunden später waren sämmtliche Thiere zu Grunde gegangen, es zeigte sich aber noch immer keine Spur einer Gewichtsabnahme.1 * * *
Wie bereits oben mitgetheilt wurde, ist der Gewichtsverlust in der ersten Zeit nach der Tödtung des Thieres verhältnissmässig am grössten und nimmt später ungleichmässig zu. Wenn die gegebene Erklärung des Phänomens richtig ist, so kann es keine Schwierigkeiten haben, auch diese Schwankungen nach ihren Bedingungen einzusehen. Der anfangs bedeutendere Verlust beruht zum Tlieil auf] der letzten vitalen Thätigkeit der Haut während des Todeskampfes ;Todes-schweiss , zum Theil geht der Verdunstungsprocess rascher vor sich, so lange das Thier noch warm ist und noch nicht viel Feuchtigkeit verloren hat. Dies entspricht ganz den Versuchen von Krause. welche beweisen, dass die Verdunstung durch die unverletzte Epidermis hindurch wirklich stattfindet. Handw. d. Physiolog. B. II, S. 158,. Ein durch ein Stück dünner Epidermis verschlossenes, mit Wasser gefülltes Gläschen verlor in den ersten Tagen 0,35—0,21 Gran in 24 Stunden, später im Mittel 0,1 ‘Gran. Die letzte vitale Thätigkeit der Haut während des Todeskampfes ist übrigens einer der Gründe, warum die Art, auf welche man das zum Versuch bestimmte Thier tödtet, nicht ganz gleichgültig ist für die Grösse des anfänglichen Gewichtsverlustes. Der oben unter 2 angeführte Versuch mit der Lacerta agilis kann als Beleg dafür dienen.
Die Grösse der Zunahme des Gewichtsverlustes überhaupt, als be-
1 Nach 5/t Jahren hatte sich in der Röhre eine beträchtliche Menge einer
missfärbigen Jauche angesammelt, welche nebst den freien Gasen unter anderen
Umständen längst verschwunden wäre und einen ansehnlichen Gewichtsverlust
gesetzt hätte. Die Thiere sind äusserlich vollkommen wohlerhalten.
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