﻿Ueber das Accommodationsvermögen des Auges.
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Forschung, welchen zuerst Bonders als solchen bezeichnet hatte, betreten und sind, unabhängig von einander, zu gleichenRes ultaten gekommen. Dieser Umstand erweckt jedenfalls ein noch grösseres Vertrauen in die Richtigkeit ihrer Angaben, als es so bewährte Forscher wie Cramer und Helmholtz ohnehin verdienen und besitzen.
Die inneren Veränderungen des Auges beim Accommodiren flir die Nähe bestehen nämlich in dem Conv ex er- Wer den der vordem Fläche der Linse. Beim Sehen in die Ferne plattet sich die vordere Fläche der Linse wieder ab. Es ist klar, dass die Brennweite des Auges im ersten Falle ab-, im zweiten zunehmen muss. Die Linse verändert dabei ihren Platz durchaus nicht, sie rückt weder vor-noch rückwärts, sondern es verändert sich nur der Krümmungshalbmesser der vordem Linsenfläche. Dies Alles ergiebt sich aus der genauen Beobachtung der relativen Stellung und Grösse der von Purkine entdeckten Reflexbildchen im Auge. Die Cornea reflectirt bekanntlich als ein convexer Spiegel ein aufrechtstehendes Bildchen, ebenso die vordere Linsenfläche, während die hintere Linsenfläche als ein concaver Spiegel ein verkehrtes Bildchen zurückwirft. Sieht man von der Seite ins Auge, so erscheinen diese drei Bildchen in bestimmter Entfernung hintereinander. Lässt man nun das beobachtete Auge für die nächste Nähe accommodiren, so beobachtet man folgende Erscheinung. Das Corneabildchen und das Bildchen der hintern Linsenfläche ändern weder Platz, noch Grösse. Das mittlere, durch die vordere Linsenfläche bedingte Bildchen hingegen rückt weiter nach vorn und verkleinert sich auffallend.
Es versteht sich von selbst, dass das beobachtete Auge bei der Veränderung der Accommodation vollkommen ruhig bleiben muss, und keine seitliche Bewegung ausführen darf. Cramer hat, die Beobachtung zu erleichtern, ein eigenes Instrument, das Ophthalmoskop, angegeben. Eine einfache optische Construction zeigt, dass die mitge-theilte Erscheinung sich nur durch das Convexer-Werden der vorderen Linsenfläche erklären kann. Würde die ganze Linse ihren Platz ändern, dann müsste nebst dem mittleren auch das dritte, verkehrte Bildchen verrücken, was jedoch nicht der Fall ist. — Cramer betrachtet das Spiegelbild einer Kerzenflamme. Helmholtz lässt zwei senkrecht übereinanderstehende Lichtpunkte spiegeln.
Die Lehre vom Accommodationsvermögen hat, wie sich aus dem Mitgetheilten ergiebt, einen sehr bedeutenden Fortschritt gemacht ; — allein zum völlig befriedigenden Abschlüsse ist die Sache doch noch nicht gediehen. Es fehlen nämlich noch genaue und ausführliche Messungen der endlich erkannten Accommodationsverände-